„Was meinst du mit Teilhabe, Großvater?“ „Dadurch, dass du deinen Blick auf die Welt perfektionierst, drohst du dich selbst aus ihr auszuschließen. Teilhabe hieße, ein Bestandteil der Welt zu sein… Deine Generation neigt dazu, Kontexte zugunsten einer beobachtenden, aber unverbindlichen Position aufzukündigen. Die Welt wird dadurch zu einem Ereignis-Zirkus degradiert… Du scheinst mir auf die Freiheit, in der wir leben, wie auf ein selbstverständliches Phänomen zu schauen… Aber es lohnt sich zu begreifen, dass wir alle dazu aufgerufen sind, uns am tagtäglichen Prozess des Bewahrens und Verteidigens der Freiheit zu beteiligen. Es geht da im Grunde um alle Lebensbereiche…: den Glauben, die Natur, die Historie, die Staatsform, die Ehe, die Beziehung zum Gegenüber.“ „Aber wenn ich doch nicht glauben kann, Großvater. Wenn mir das ganze Brimborium der Kirche auf die Nerven geht…?“ „Ach weißt du, das, wie du es nennst, Brimborium bringt jede Institution nun mal mit sich. Das sind letztlich Äußerlichkeiten, die den Kern aber nicht beschädigen können. Und der Kern der Kirche ist der Glaube, der Kern unserer Demokratie ist die Freiheit, der Kern der Ehe ist die Liebe.“…
„Wie komme ich denn raus aus der Welt als Phänomen hin zu, ja zu was eigentlich?“ „Hin zur Teilhabe. Es geht um das Ringen als Lebensaufgabe an und für sich. Das Ringen ist die Voraussetzung für das Hereingenommenwerden… Es könnte ein wichtiger Schritt sein, zu begreifen, dass die Welt unter einem rein beobachtenden Blick verkümmert. Erkenntnis entsteht eben nicht durch Beobachtung, sondern durch Involviertsein, durch Teilhabe.“