Intrigant

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß verwirren mich: Selten hatte ich bei einem Buch so unangenehme Gedanken und Empfindungen wie bei diesem; vermutlich, weil ich den erwachsenen Versionen der Protagonisten schon zu oft begegnet bin – insbesondere leider in der Kirche.

Tote und lebendige Gedanken

Denn mit den Gedanken ist es eine eigene Sache. Sie sind oft nicht mehr als Zufälligkeiten, die wieder vergehen, ohne Spuren hinterlassen zu haben, und die Gedanken haben ihre Toten und ihre lebendigen Zeiten. Man kann eine geniale Erkenntnis haben, und sie verblüht dennoch, langsam, unter unseren Händen, wie eine Blume. Die Form bleibt, aber…

Alles erlaubt

[I]n der Einsamkeit ist alles erlaubt. (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, 70. Aufl. 2019, S. 153)

Nachgerechnet: Inflation

Zahl des Tages: Fast 8% Inflation sind es inzwischen geworden – beinahe ein 70 Jahre-Hoch! Tendenz: steigend! 8% Inflation heißt konkret, dass, was jetzt 100 Euro kostet, in einem Jahr 108 Euro kosten wird. Oder umgekehrt: 100 Euro jetzt werden in einem Jahr nur noch 92 Euro wert sein. Betrachtet man mehrere Jahre, muss man…

Zu hohe Erwartungen!

Das Gewöhnliche verletzte ihn… (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, 70. Aufl. 2019, S. 107)

Erleben und Erfassen

[E]s gibt auch sonst Dinge, wo zwischen Erleben und Erfassen diese Unvergleichlichkeit herrscht. Immer aber ist es so, daß das, was wir in einem Augenblick ungeteilt und ohne Fragen erleben, unverständlich und verwirrt wird, wenn wir es mit den Ketten der Gedanken zu unserem bleibenden Besitze fesseln wollen. (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß,…

Erinnerung, nicht Erlebnis

[E]s war ihm nur um den Besitz der Erinnerung zu tun. (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, 70. Aufl. 2019, S. 71)

Erste Leidenschaft

Fast jede erste Leidenschaft dauert nicht lange und hinterläßt einen bitteren Nachgeschmack. Sie ist ein Irrtum, eine Enttäuschung. Man versteht sich hinterher nicht und weiß nicht, was man beschuldigen soll. Dies kommt, weil die Menschen in diesem Drama einander zum größeren Teile zufällig sind: Zufallsgefährten auf einer Flucht. Nach der Beruhigung erkennen sie sich nicht…

Facebook

Ich bin zu schnell für Facebook!

Schwachmatikus

… Schwachmatikus… (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 142)

Herbst

Er fühlte den Wunsch, mit zu vergehen, mit einzuschlafen, mit zu sterben, und litt darunter, daß seine Jugend dem widersprach und mit stiller Zähigkeit am Leben hing. (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 126)

Laulich

… laulich… (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 102)

Reine Bilder

Reine Bilder, nur zum Anschauen, aber das Anschauen derselben war doch auch ein Erleben. (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 101)

Lebendige Geschichte

Je und je kam etwas Derartiges …, daß aus den Büchern heraus irgendeine Gestalt oder ein Stück Geschichte gleichsam gierig hervorbrach, sich sehnend, noch einmal zu leben und seinen Blick in einem lebendigen Auge zu spiegeln. (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 94 f.)

Der Zustand des Verliebtseins

Es ging ihm wie jungen Verliebten: er fühlte sich großer Heldentaten fähig, nicht aber der täglichen langweiligen und kleinlichen Arbeit. (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 94)

Lehrer lieben Genies nicht

[Z]wischen Genie und Lehrerzunft ist … seit alters eine tiefe Kluft befestigt, und was von solchen Leuten sich auf Schulen zeigt, ist den Professoren von vornherein ein Greuel… Ein Schulmeister hat lieber einige Esel als ein Genie in seiner Klasse… (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 90)

Best Buddies

[S]eine Freunde Shakespeare, Schiller und Lenau zeigten ihm eine andere, mächtigere und großartigere Welt, als die war, die ihn drückend und demütigend umgab. (Hermann Hesse, Unterm Rad, 57. Aufl. 2020. S. 88)