Ich geriet in eine innere Hellhörigkeit, die mit dem äußeren Anblick, den ich bot, nicht mehr das Geringste zu tun hatte. Mein Denken und das, was ich sagte, klafften auseinander, und kaum etwas, das ich aussprach, war spontan. Immerzu plante und verfertigte ich Sätze, analysierte und bewertete ich Situationen… Mein Sprechen war keine natürliche Fortsetzung…
Schlagwort: Denken
Seht, ich sage alles neu!
Das war ein Satz, das wusste ich sofort, den ich niemals wieder vergessen würde. Ein Satz, der in Bezug auf mich außerhalb aller Möglichkeiten gelegen hatte, den ich niemals als einen für mich in Betracht kommenden Satz zu denken gewagt hätte. Und doch hatte ich mich nach genau diesem Satz gesehnt… Genauso wie jeder Mensch…
Die geschichtslose Republik
Deutschland erlebt eine paradoxe Enthistorisierung des politischen Denkens. Nie gab es so viele Referenten, Strategiepapiere, Thinktanks – aber selten war der historische Horizont des politischen Betriebs so verengt. Wie kommt das?
Eigenartige Nostalgie oder: Die Entstehung von Vorurteilen
Allerdings ist die Vergangenheit immer ein Ort, wohin wir genauso oft zurückkehren wollen wie wir anderen mit ihr Angst einjagen wollen. Zum Beispiel hat das frühere politische System bei den Leuten … nicht nur einen Widerwillen gegen den geringsten Anflug von Einschränkungen und Totalitarismus hinterlassen, sondern auch eine Menge Erinnerungen an Sicherheit, in ihrer Kindheit…
„Hitler liebte Hunde und kleine Kinder“
Narrative Verzerrungen gehen zwangsläufig aus unserem anhaltenden Bestreben hervor, die Welt zu verstehen. Die erklärenden Geschichten, die wir überzeugend finden, sind einfach; sie sind eher konkret als abstrakt und schreiben Begabung, Dummheit und Absichten eine größere Bedeutung zu als Glück. Sie konzentrieren sich auf ein paar markante Ereignisse, die geschehen sind, und nicht auf die…
Selbst schuld!
Weil wir dazu tendieren, Menschen, die uns gefällig sind, freundlich zu behandeln, während wir zu denen, die es nicht sind, gemein sind, werden wir aus statistischen Gründen dafür bestraft, nett zu sein, und dafür belohnt, gehässig zu sein. (Daniel Kahneman, Schnelles Denken, langsames Denken, 15. Aufl. 2012, S. 220)
„Politische“ Streitführung in Recht, Politik und Wissenschaft
Wenn Sie eine Gerichtsverhandlung besuchen, wird Ihnen auffallen, dass Rechtsanwälte zwei Arten von Kritik vorbringen: Um eine Klage zum Scheitern zu bringen, ziehen sie die stärksten Argumente, auf denen diese beruht, in Zweifel; um einen Zeugen zu diskreditieren, konzentrieren sie sich auf den schwächsten Teil seiner Aussage. Auch in politischen Debatten konzentrieren sich die Kontrahenten…
Anleitung zur Manipulation von Richtern
Einige Experimente haben auf verstörende Weise die Wirkmächtigkeit zufällig gewählter Anker demonstriert. Deutsche Richter mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von über 15 Jahren lasen die Beschreibung einer Frau, die bei einem Ladendiebstahl erwischt worden war, und warfen dann zwei Würfel, die gezinkt waren, sodass jeder Wurf entweder zu einer Drei oder einer Neun führte. Sobald die…
Wir glauben eher, als dass wir zweifeln
… es ist anstrengender, Zweifel aufrechtzuerhalten, als in Gewissheit zu verfallen… eine Ausprägung der allgemeinen Tendenz, eher zu glauben, als zu zweifeln… (Daniel Kahneman, Schnelles Denken, langsames Denken, 15. Aufl. 2012, S. 145)
Verbrechen und Strafe, Ton und Licht
Eine Strafe wird nur dann als gerecht empfunden, wenn ihre Intensität dem Verbrechen angemessen ist. So, wie man die Lautstärke eines Tons mit der Helligkeit eines Lichts zur Übereinstimmung bringen kann. (Daniel Kahneman, Schnelles Denken, langsames Denken, 15. Aufl. 2012, S. 126)
Fehler dekorrelieren!
Die Vorgehensweise, …, um den Halo Effekt abzuschwächen, entspricht einem allgemeinen Grundsatz: Fehler dekorrelieren! … Um aus vielen verschiedenen Datenquellen die nützlichsten Informationen zu gewinnen, sollte man immer versuchen, diese Quellen unabhängig voneinander zu machen. Diese Regel gilt für jedes gute polizeiliche Ermittlungsverfahren. Wenn es mehrere Zeugen für eine Tat gibt, dürfen diese nicht miteinander…
Individualismus
Auf Geld geprimte Menschen sind … egoistischer… Auf Geld geprimte Studenten zeigten auch eine größere Präferenz fürs Alleinsein. Der gemeinsame Nenner dieser Befunde besteht darin, dass die Idee des Geldes den Individualismus stärkt: das Widerstreben, sich mit anderen einzulassen, von anderen abhängig zu sein oder Forderungen von anderen anzunehmen. Die Psychologin, die diese bemerkenswerten Forschungen…