Was die Partei weiß

Die Partei weiß mehr über die Menschen als die Menschen selbst. (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 253)

Der Vorsitzende eine Frau!

[M]it einem Schauder begriff er, dass der Vorsitzende eine Frau war. (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 209)

Was ist deutsch?

Überorganisiertheit ist eine unserer Nationaleigenschaften. Im Ausland gilt das als Effizienz. (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 197)

Der Dämmer

… Dämmer. (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 184)

Bourgeoise Gefühlsduselei der Masse?

Stalin … sagte einmal, eine halbe Million Liquidierte sind Statistik, und ein Einzelner, der bei einem Verkehrsunfall umkommt, eine nationale Tragödie. (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 155)

Ethik und Handeln

[M]an kann ja schlecht weniger schonungslos als der Gegner vorgehen, nur weil die Politik der eigenen Regierung eine friedfertige ist… (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 30)

Das moralische Gesetz der Spionage

Die Spionage kennt nur ein moralisches Gesetz – sie rechtfertigt sich durch ihre Ergebnisse. (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 23)

Was Liebe ist und was sie nicht ist

In seinem dreiundvierzigsten Jahr erfuhr William Stoner, was andere, oft weit jüngere Menschen vor ihm erfahren hatten: dass nämlich jene Person, die man zu Beginn liebt, nicht jene Person ist, die man am Ende liebt, und das Liebe kein Ziel, sondern der Beginn eines Prozesses ist, durch den ein Mensch versucht, einen anderen kennenzulernen. (John…

Literarisches Coming-out

Die Liebe zur Literatur, zur Sprache, zum Mysterium des Verstandes und des Herzens, wie sie sich in den kleinen, seltsamen und unerwarteten Kombinationen von Buchstaben und Wörtern zeigte, in der schwärzesten, kältesten Druckertinte – die Liebe, die er verborgen gehalten hatte, als wäre sie gefährlich und verboten, diese Liebe begann er nun offen zu zeigen,…

Die verlegene Scheu der Jugend

Die verlegene Scheu der Jugend hatte ihn noch nicht verlassen, wohl aber der Eifer und die Unmittelbarkeit, die eine Freundschaft vielleicht möglich gemacht hätte. (John Williams, Stoner, 11. Aufl. 2014, S. 120)

Die besondere Richtigkeit dessen, was man tut

Das ist nur diese Nacht, diese verdammte, stickige Nacht. Wenn es hell wird, ist alles anders… Gar nicht erst nachdenken. Und was man tut, das hat, gerade dadurch, dass man es tut, seine besondere Richtigkeit. (Fred von Hoerschelmann, Das Schiff Esperanza, 2016, S. 55 f.)

Mit den Augen des andern sehen

Der hat mich so erstaunt angesehen, der blöde Kerl. Wissen Sie, … – kommt das bei Ihnen auch vor? – man sieht sich auf einmal mit den Augen eines andern Menschen. Man versucht zu begreifen, wie er einen sieht, und dann sieht man sich selbst so. Nur einen Augenblick lang… (Fred von Hoerschelmann, Das Schiff…

Schlepper

Das Schiff hält. Die Lichter sind aus. Die steigen zu mir in die Barkasse… Ich sage: „… jetzt sind wir gleich angekommen…“, und fahre sie eine Weile. Dann sag ich: „Jetzt sind nur noch zehn Meter bis zum Strand, das letzte Stückchen müsst ihr schwimmen, weiter fahr ich nicht.“ Und die sind so gierig, an…

Des Lebens Wüste lebt

Und jetzt? … Unser Leben ist eine Wüste geworden. Aber wir haben uns doch getroffen, mitten in dieser Wüste. Das ist ein Wunder. (Fred von Hoerschelmann, Das Schiff Esperanza, 2016, S. 19)

Das ist Wahrheit

Hier ist kein Zwang. Am Ende zwingt die Wahrheit jeden doch, Sie braucht nicht äußre Helfer und Beschützer. Wär sie auch Wahrheit sonst? (Franz Grillparzer, Weh dem, der lügt!, 2001, V. 1728 ff.)

Menschenleben, Menschenschicksal

Ein Menschenleben, ach, es ist so wenig, Ein Menschenschicksal aber ist so viel. (Franz Grillparzer, Weh dem, der lügt!, 2001, V. 1665 f.)

Unrecht Gut

Die Rache sucht des Schadens Stifter ja. (Franz Grillparzer, Weh dem, der lügt!, 2001, V. 1631)