Den Glauben viermal ändern

Ich sehe diese würd’gen Peers mit schnell Vertauschter Überzeugung unter vier Regierungen den Glauben viermal ändern – (Friedrich Schiller, Maria Stuart, 2001, V. 784 ff.)

Seit wann hat der Staat eine Religion?

Was Unbehagen an der Söderschen „Kreuzerhöhung“, was Pein an ihr bereitet, ist, dass sie einen Gegenstand des Individuellen in den Bereich des Staatlichen hievt. Indem der Staat sich eines solchen Gegenstands annimmt, ihn sich zu eigen macht („gut sichtbar“, wie es in der Regelung heißt), wird die Trennung zwischen Gesellschaft und Staat durchkreuzt: Der Staat…

Die Hölle des Lebens

Jede Zeit, jede Kultur, jede Sitte und Tradition hat ihren Stil, hat ihre ihr zukommenden Zartheiten und Härten, Schönheiten und Grausamkeiten, hält gewisse Leiden für selbstverständlich, nimmt gewisse Übel geduldig hin. Zum wirklichen Leiden, zur Hölle wird das menschliche Leben nur da, wo zwei Zeiten, zwei Kulturen und Religionen einander überschneiden. (Hermann Hesse, Der Steppenwolf,…

Du sollst nicht töten – und nicht töten lassen

„Verantwortung für den Frieden kann im äußersten Notfall den Einsatz von Waffengewalt einschließen. Diese Erkenntnis ändert nichts am Vorrang der Gewaltfreiheit. Denn ein Ende der Gewalt, bevor sie weitere Opfer fordert, ist der einzige Sinn einer solchen Notmaßnahme. Das Gebot, nicht zu töten, wird damit nicht außer Kraft gesetzt.“

Der Götterhimmel: eine Genealogie

Das Werk zeigt, dass die „griechisch-mediterrane Mythologie“ einen gigantischen mythologisch-religiös-literarischen Komplex darstellt. Durch die Veranschaulichung wird die gewaltige Wirkung der antiken Dichtungen für die Entwicklung unserer Kultur leichter nachvollziehbar.

Der Wald der Religionen

Ich habe nie verlangt, Daß allen Bäumen eine Rinde wachse. (Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise, 1990, V. 2687 f.) 

Religiös befangen

Religion ist auch Partei; und wer Sich drob auch noch so unparteiisch glaubt, Hält, ohn‘ es selbst zu wissen, doch nur seiner Die Stange. (Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise, 1990, V. 2435 ff.)

Die wahre Religion

SALADIN. Ich heische deinen Unterricht in ganz Was anderm; ganz was anderm. – Da du nun So weise bist: so sage mir doch einmal – Was für ein Glaube, was für ein Gesetz Hat dir am meisten eingeleuchtet? NATHAN. Sultan, Ich bin ein Jud’. SALADIN. Und ich ein Muselmann. Der Christ ist zwischen uns. – Von diesen drei Religionen kann doch eine…

Kummer schwimmt obenauf

Es war ein Auf-und-Ab-Tag im Hotel New Hampshire mit den ganzen Vorbereitungen für den Silvesterabend: ich erinnere mich, daß über uns allen etwas zu hängen schien, das die gewohnte Mischung von Albernheit und Traurigkeit noch übertraf, als werde uns von Zeit zu Zeit bewußt, daß wir um Iowa-Bob kaum trauerten, und manchmal auch, daß wir…

Kultur und Zivilisation: Religion und Irreligion

Das Wesen aller Kultur ist Religion; folglich ist das Wesen aller Zivilisation Irreligion… Dies … ist es, was im historischen Weltbild als die Wendung der Kultur zur Zivilisation erscheint, als das Klimakterium der Kultur, …, wo die … Konstruktion an Stelle der Zeugung tritt. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 458 f.)

Das Geheimnis der Rose

Ghandi wurde einmal von christlichen Missionaren gefragt, was sie tun müßten, damit die Hindus die Bergpredigt annehmen. Seine Antwort: „Denken Sie an das Geheimnis der Rose. Alle mögen sie, weil sie duftet. Also duften Sie, meine Herren!“ (Franz Alt, Frieden ist möglich, 11. Aufl. 1983, S. 105)