Zuerst will er weg, dann aber kann man ihm hundertmal sagen, daß hier der Ausgang ist und er rührt sich nicht. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 73)
Schlagwort: Leben
Viele Wege sind ein Weg
„Kommen Sie mit“, sagte K. „Zeigen Sie mir den Weg, ich werde ihn verfehlen, es sind hier so viele Wege.“ „Es ist der einzige Weg“, sagte der Gerichtsdiener… (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 67)
Leben ist Warten
„Worauf warten Sie hier?“ fragte K. höflich. Die unerwartete Ansprache aber machte den Mann verwirrt, was umso peinlicher aussah, da es sich offenbar um einen welterfahrenen Menschen handelte, der anderswo gewiß sich zu beherrschen verstand und die Überlegenheit, die er sich über viele erworben hatte, nicht leicht aufgab. Hier aber wußte eher auf eine so…
Großzügiger Verzicht
Allerdings hatte er keine Nebeneinkünfte aus Bestechungen oder Unterschlagungen und konnte sich auch vom Diener keine Frau auf dem Arm ins Bureau tragen lassen. Darauf wollte K. aber, wenigstens in diesem Leben, gerne verzichten. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 61)
Totes und Lebendiges: Gesetz und Analogie
Das Mittel, tote Formen zu erkennen, ist das mathematische Gesetz. Das Mittel lebendige Formen zu verstehen, ist die Analogie. Auf diese Weise unterscheiden sich Polarität und Periodizität der Welt. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 4)
Der Weisheit letzter Schluss
Zitat des Tages: „Das ist der Weisheit letzter Schluß: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, Der täglich sie erobern muß.“
Das Ende vom Liede
Wir mästen alle andern Kreaturen, um uns zu mästen; und uns selbst mästen wir für Maden… das ist das Ende vom Liede. (William Shakespeare, Hamlet, übers. v. August Wilhelm Schlegel, Vierter Akt, Dritte Szene)
Leben, Sterben: Ewigkeit, Zeitlichkeit
[W]as lebt, muss sterben Und Ew’ges nach der Zeitlichkeit erwerben. (William Shakespeare, Hamlet, übers. v. August Wilhelm Schlegel, Erster Akt, Zweite Szene)
Wann sich das Leben neu schreibt
Zwischen all den Geschichten, die wir uns erzählen, um zu leben, und zwischen all den Versuchen, diese Geschichten abzulegen, wenn wir merken, dass sie unsere Sicht auf die Dinge verzerren und zu selbstgebauten Gefängnissen werden, gibt es Momente der Stille… Es sind Momente großer Offenheit, in denen alles möglich und unmöglich zugleich scheint. Momente der…
Mit der Ambivalenz des Daseins leben
Manchmal … lassen sich schlicht keine Lösungen für unsere Probleme finden, weil es diese Lösungen nicht gibt. Manchmal lasse sich Uneindeutigkeit nicht bearbeiten, wegdenken oder wegtherapieren. Manchmal blieben drängende Fragen unbeantwortet, weil sie keine Antwort haben. Unsere Aufgabe besteht dann darin, die Uneindeutigkeit zu akzeptieren und in dieser Akzeptanz nach neuen Möglichkeiten für uns zu…
Lebensmitte
… und mach’ in meiner Lebensmitte die Kunst zu meines Lebens Mitte!
Die kleinen unwichtigen Dinge
… ich hatte … verstanden, dass es im Leben nicht darum geht, nach dem Sinn unserer Existenz zu suchen, sondern vielmehr nach den liebenswerten Dingen… all die kleinen, angeblich unwichtigen Dinge, die im Leben sinnstiftend sein können. (Alessandro Bellardita, Der Zeugenmacher, 2021, S. 18)