Über die Zeit, über die Generationen

Zitat des Tages: „Der Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit nach Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG … kann eine objektivrechtliche Schutzverpflichtung auch in Bezug auf künftige Generationen begründen… Das Grundgesetz verpflichtet unter bestimmten Voraussetzungen zur Sicherung grundrechtsgeschützter Freiheit über die Zeit und zur verhältnismäßigen Verteilung von Freiheitschancen über die Generationen. Subjektivrechtlich schützen…

Man liebt noch ein bisschen

So ergeht es allen: man heiratet, man liebt noch ein bisschen, man arbeitet. Man arbeitet so viel, dass man darüber das Lieben vergisst… Es kommt vor, dass man lange leidet, ohne es zu merken. (Albert Camus, Die Pest, 90. Aufl. 2020, S. 94 f.)

Die Tatsachen des wahren Lebens

… die Tatsachen des wahren Lebens werden nicht durch Beweis vermittelt: wer lebt und leidet, hat sie in sich selbst… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, II Aus dem Nachlaß, 1987, S. 1073 f.)

Non scholae, sed vitae…

Wenn Kinder lernen, um in der Schule bessere Noten zu bekommen, …, begreifen sie rasch, dass das Entscheidende die Noten sind, nicht das Lernen. (Ernő Rubik, Cubed – Der Zauberwürfel und die großen Rätsel dieser Welt, 2020, S. 132)

Irgendwann alle

Freundschaften muss man pflegen, sie leben davon, dass man Leben miteinander teilt, sich austauscht. Wenn man nur von der Substanz zehrt, ist die irgendwann alle. (Andreas Steinhöfel, Rico, Oskar und das Mistverständnis, 2020, S. 153 f.)

Sancta simplicitas

Mir scheint…, daß viele der Grundprobleme im Leben des einzelnen und der Gesellschaft sehr einfach, ja so einfach sind, daß man von jedermann erwarten könnte, daß er sie begreift. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 181)

Den Tod leugnen

Unsere Zeit leugnet den Tod… Anstatt das Bewußtsein, daß wir leiden und sterben müssen, zu einem der stärksten Antriebe für das Leben, zur Grundlage für die menschliche Solidarität und zu einer Erfahrung werden zu lassen, ohne die der Freude und Begeisterung Intensität und Tiefe fehlt… (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S….

Ungelebtes Leben

Destruktivität ist das Ergebnis ungelebten Lebens. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 136)

Der äußere und der innere Kampf um die Freiheit

Weil sich in der modernen Geschichte die Aufmerksamkeit im Kampf um die Freiheit immer auf die alten Formen der Autorität und des Zwanges konzentrierte, hatte man natürlich das Gefühl, um so mehr an Freiheit zu gewinnen, je mehr man diese traditionellen Zwänge beseitigte. Dadurch erkennen wir nicht genügend, daß der Mensch sich zwar die alten…

Die psychologische Bedeutung des Glaubens

Psychologisch hat der Glaube zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen. Er kann Ausdruck einer inneren Weltverbundenheit und eine Bejahung des Lebens sein; oder er kann eine Reaktionsbildung gegen ein fundamentales Gefühl des Zweifelns sein, das der Isolierung des Betreffenden und seiner negativen Einstellung zum Leben entspringt. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 62)

Kompensationsruhm

Wenn der Sinn des Lebens zweifelhaft geworden ist, wenn die Beziehung zu anderen Menschen und zur eigenen Person keine Sicherheit mehr bietet, dann ist der Ruhm ein Mittel, die Zweifel verstummen zu lassen: Er hat etwa die Funktion der ägyptischen Pyramiden oder des christlichen Glaubens an die Unsterblichkeit… (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24….