Zufriedenheitsparadoxon

Zitat(e) des Tages: „Aus der Suizidforschung weiß man, dass das Motiv ‚ich will anderen ja nicht zur Last fallen‘ ein ganz starkes Suizidmotiv ist… Man nennt das Bilanzsuizid. Der nüchterne Blick des Lebensmüden geht zurück, bewertet das Jetzt, malt sich die Zukunft in düsteren Farben aus und kommt zu dem Ergebnis, dass es an der…

Überhaupt und immer

Es jemandem nicht schwer zu machen, genau darum sollte es doch überhaupt und immer gehen. (Saša Stanišić, Herkunft, 8. Aufl. 2019, S. 48)

Wochenendeinkauf

„Bitte ein Mitarbeiter an den Leergutautomaten!“ „45 bitte die 8, 45 die 8, bitte!“ „Ein Mitarbeiter an den Spirituosenschrank, bitte!“ „Liebe Kunden, Kasse 1 schließt; bitte nicht mehr auflegen!“ „Liebe Kunden, wir öffnen Kasse 2 für sie!“ „Frau Müller, Stornoschlüssel!“ „Sammeln Sie Herzchen?“ „Treuepunkte?“ „Payback-Karte?“ „Wir machen das jetzt digital!“ – „Ich will die Stempelkarte…

Der beste Gedanke

Ich habe einen Gedanken gefunden, …, den du wieder für Scherz oder für Narrheit halten wirst, der aber mein bester Gedanke ist. Er heißt: von jeder Wahrheit ist das Gegenteil ebenso wahr! Nämlich so: eine Wahrheit läßt sich immer nur aussprechen und in Worte hüllen, wenn sie einseitig ist. Einseitig ist alles, was mit Gedanken…

Mitlust und -leid

In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluß des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig….

Einheit in Vielfalt

… alles war eins, alles war ineinander verwoben und verknüpft, tausendfach verschlungen. Und alles zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluß des Geschehens, war die Musik des Lebens. (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 109)

Der Mensch im Lehrbuch der Dogmatik

Im Lehrbuch der Dogmatik ist … ein Mensch genau wie der andere, im Leben aber nicht. (Hermann Hesse, Narziß und Goldmund, 31. Aufl. 1993, S. 46)

Das Leben ist ein Spiel!

Gerade das ist es ja, das Leben, wenn es schön und glücklich ist: ein Spiel! Natürlich kann man auch alles mögliche andere aus ihm machen, eine Pflicht oder einen Krieg oder ein Gefängnis, aber es wird dadurch nicht hübscher. (Hermann Hesse, Die Morgenlandfahrt, 11. Aufl. 1998, S. 63)

Dienen und Herrschen

„Was lange leben will, muß dienen. Was aber herrschen will, das lebt nicht lange.“ „Warum streben dann so viele nach Herrschaft?“ „Weil sie es nicht wissen. Es gibt wenige, die zum Herrschen geboren sind, sie bleiben dabei fröhlich und gesund. Die andern aber, die sich bloß durch Streberei zu Herren gemacht haben, die enden alle…

Sterben, um zu leben

Manchmal muss man ein kleines bisschen sterben, um wieder ein wenig mehr zu leben. (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 314)