Augen – Ohren – Herz

Uhren sind … nur höchst unvollkommene Nachbildungen von etwas, das jeder Mensch in seiner Brust hat. Denn so, wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so…

Zeit – Leben – Herz

Aber Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. (Michael Ende, Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, 5. Aufl. 2019, S. 78)

Schritt – Atemzug – Besenstrich

Er fuhr jeden Morgen lange vor Tagesanbruch mit seinem alten, quietschenden Fahrrad in die Stadt zu einem großen Gebäude. Dort wartete er in einem Hof zusammen mit seinen Kollegen, bis man ihm einen Besen und einen Karren gab und ihm eine bestimmte Straße zuwies, die er kehren sollte. Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn…

Live long and prosper!

Leute, die jederzeit zu sterben meinen, leben lang! (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 657)

Die Hauptvoraussetzung des Glücks

… das dauernde Gefühl eines mit sich selbst einverstandenen Lebens… der Menge nach ist es ja beiweitem nicht die Hauptvoraussetzung des Glücks, Widersprüche zu lösen, sondern sie verschwinden zu machen, wie sich in einer langen Allee die Lücken schließen, und so, wie sich allenthalben die sichtbaren Verhältnisse für das Auge verschieben, daß ein von ihm…

Am Grunde des tätigen Lebens

… Lebenstrauer…, wie sie am Grunde des tätigen Lebens zurückbleibt, weil man nie das findet, womit man zufrieden ist… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 641)

Heute ein König!

Wir werden geboren, um uns unser Königreich selbst zu schaffen! (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 544)

Das gewaltige und das gute Leben

… man kann vom Leben, wenn es gewaltig ist, nicht auch noch fordern, daß es gut sein soll. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 456)

Selbstgefühlslage der Etage

Von den Unglücksvögeln und Glückspilzen abgesehen, leben alle Menschen gleich schlecht, aber sie leben es in verschiedenen Etagen. Diese Selbstgefühlslage der Etage ist für den Menschen heute, der ja im allgemeinen wenig Ausblick auf den Sinn seines Lebens hat, ein überaus anstrebenswerter Ersatz. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S….

Poetenhöhle

„Nach berauschender Gewissheit von Gemeinschaft… Vertrauen in die Verlassenheit, die Bedingung des Schreibens und… des Lebens…“ „… das poetische Dasein…, eine so euphorische wie grausame Angelegenheit.“

Das Nein des Heiligen

… wer das Leben nicht bejahen will, sollte wenigstens das Nein des Heiligen sagen… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 153)

Gegen sich selbst leben

… ein Mensch, der von irgend etwas gezwungen wird, gegen sich selbst zu leben… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 151 f.)