Kampf oder Verzicht?

Manchmal ist es besser, auf die Dame zu verzichten, um sich weiter auf sein Spiel zu konzentrieren. Und machmal muss man um sie kämpfen. (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 248)

Total fertig

Ich blickte auf das Foto des elfjährigen Mädchens. Sie lächelte fröhlich in die Kamera. Als die Aufnahme gemacht wurde, hatte sie keine Ahnung gehabt, dass sie nur Tage später vergewaltigt und getötet werden würde. Sie hatte vielleicht an ihre Schulfreundin gedacht oder an den süßen Jungen aus ihrer Klasse oder dass sie ins Kino gehen…

Bessere Reue

[W]enn du gewinnen willst, musst du auch mal was riskieren und deine Stellung aufgeben… Es ist immer besser, etwas zu bereuen, was man getan hat, als etwas, was man nicht getan hat… (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 234)

Der Ernst des Lebens

Man wurde bloß verletzlich, wenn man die Dinge ernst nahm. (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 229)

Eine Nummer zu groß

Das Schreiben war mein Joker gewesen, nun würde ich mich dem wirklichen Leben stellen müssen, und das wirkliche Leben schien eine Nummer zu groß für mich. (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 223)

Unverdienter Tod

Ich hatte den Tod ohnehin nicht verdient, ich konnte ihn doch gar nicht bezahlen, denn er kostete das Leben, und davon hatte ich noch viel zu wenig. (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 127 f.)

Der Architekt

[Ich] habe … mich gefragt, wie sehr mich Ereignisse aus meiner Kindheit und Jugend bestimmt haben, und erst spät habe ich verstanden, dass in Wahrheit nur ich selbst der Architekt meiner Existenz bin. Ich bin es, wenn ich zulasse, dass meine Vergangenheit mich beeinflusst, und ich bin es umgekehrt genauso, wenn ich mich ihr widersetze….

Der einzige ehrliche Ort auf dieser Erde

Es war alles so verrückt… Mal hatte man Glück, lebte in einem reichen Land oder war mit Gesundheit und Intelligenz gesegnet, mal hatte man Pech und war leider dumm, bekam Krebs oder kam in einem Slum von Afrika auf die Welt und starb, ehe man das Wort „sterben“ überhaupt buchstabieren lernte… Es war alles willkürlich…

Deine ganzen beschissenen Träume und Hoffnungen

Wie immer, wenn die Dinge schwierig waren und er aufgeben wollte, dachte er an das, was sein Nachbar Toby mal zu ihm gesagt hatte, als er bekifft gewesen war. „Das Wichtigste ist, dass du deine ganzen beschissenen Träume und Hoffnungen packst und sie nie mehr loslässt“, hatte er gesagt. „Du kannst schreien, du kannst verzweifeln,…

Der Tod ist scheiße

Objektiv gesehen ist der Tod das Beste, was den Menschen passieren konnte. Er zwingt sie, sich dem Leben zu stellen… Er ist das einzig richtige Ende, notwendig und ein starker Antrieb… Subjektiv gesehen ist der Tod natürlich scheiße. (Benedict Wells, Fast genial, 2011, S. 187)

Ungeklärte Situationen

Aber, mein Freund, Sie wissen doch, daß nichts geeigneter ist, ewig zu dauern, als ungeklärte Situationen. Nur Romanautoren suchen alles aufzulösen. Im Leben wird nichts gelöst; alles geht so weiter. Die Ungewißheit bleibt, und bis zum Schluß weiß man nicht, woran man sich halten soll; inzwischen aber geht das Leben weiter, immer weiter, gerade so,…

Schreiben als Hindernis

Manchmal scheint es mir, als hindere einen das Schreiben am Leben… (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 263)