Barock und Renaissance: Mittag und Abend, Sommer und Herbst

Aber Ferne – das ist zugleich eine historische Empfindung. In der Ferne wird der Raum zur Zeit. Der Horizont bedeutet die Zukunft. Der Barockpark ist der Park der späten Jahreszeit, des nahen Endes, der fallenden Blätter. Ein Renaissancepark ist für den Sommer und den Mittag gedacht. Er ist zeitlos. Nichts in seiner Formensprache erinnert an Vergänglichkeit. Erst die Perspektive…

Truer and Wiselier

You have spoken truer than you purposed. You have taken it wiselier than I meant you should. (William Shakespeare, The Tempest, Act II Scene 1)

Was entlastet

Worte entlasten nicht, der Zeuge entlastet. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 446)

Verborgensein des Individuums

In der Illusion ist das Individuum sich selbst verborgen, in der Mystifikation ist es anderen verborgen… (Sören Kierkegaard, Entweder – Oder, Teil I, 1988, S. 292)

Das Geheimnis der Rose

Ghandi wurde einmal von christlichen Missionaren gefragt, was sie tun müßten, damit die Hindus die Bergpredigt annehmen. Seine Antwort: „Denken Sie an das Geheimnis der Rose. Alle mögen sie, weil sie duftet. Also duften Sie, meine Herren!“ (Franz Alt, Frieden ist möglich, 11. Aufl. 1983, S. 105)

Gesetz und Gesetzgeber

Wer die Gesetze der Natur kennt, ist noch lange kein Gesetzgeber. (Franz Alt, Frieden ist möglich, 11. Aufl. 1983, S. 33)

Offene Tür und doch kein Weg

Glaubst du denn, Frieda, wirklich, ich hätte dir die Türen geöffnet, um dir den Weg freizugeben? (Franz Kafka, Das Schloß, 1989, S. 331 [die vom Autor gestrichenen Stellen])

Ohnmacht durch Kraft

… er ist ohnmächtig, nicht weil es ihm an Kraft fehlte, sondern weil seine eigene Kraft ihn ohnmächtig macht. (Sören Kierkegaard, Entweder – Oder, Teil I, 1988, S. 264)

Gefühlsangst

… und vor nichts hatte Sibylle jetzt solche Angst wie vor ihren wirklichen Gefühlen… (Max Frisch, Stiller, 45. Aufl. 2013 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 296)

Das Beglückende an Hunden

… das ist das Beglückende an Hunden, man liebt sie oder man braucht sie nicht zu haben. (Max Frisch, Stiller, 45. Aufl. 2013 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 105)

Vorleben

Mein Leben ist das Zögern vor der Geburt. (Franz Kafka, Tagebücher, 1990 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 888)

Von der Wertlosigkeit der Freiheit

„Ja frei bin ich“, sagte Karl und nichts schien ihm wertloser. (Franz Kafka, Der Verschollene, 4. Aufl. 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 133)