Kultur und Zivilisation: Seele und Geist

In allen Zivilisationen wird ein durchseeltes Sein von einem durchgeistigten abgelöst… Was sie zum Ausdruck bringen, ist verschieden, daß sie es so zum Ausdruck bringen, kennzeichnet sie als „gleichzeitig“. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 457)

Umwertung aller Werte: von der Kultur zur Zivilisation

Sobald … das Leben Objekt der Betrachtung geworden ist, wird die Moral zum Problem. Kulturmoral ist die Moral, welche man hat, zivilisierte die, welche man sucht. Die eine ist zu tief, um auf logischem Wege erschöpft zu werden, die andre ist eine Funktion der Logik… An dieser Stelle beginnt die zivilisierte Ethik, die nicht der Reflex des Lebens…

Selbstverständlichkeit

Erst der Kranke fühlt seine Glieder. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 451)

Numen

… numen… (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 382)

Leib und Seele: Aristoteles und Goethe

„Seele“ – das war für den echten Hellenen zuletzt die Form seines Leibes. So hat Aristoteles sie definiert. „Leib“ – das war für den faustischen Menschen das Gefäß der Seele. So empfand Goethe. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 331)

Barock und Renaissance: Mittag und Abend, Sommer und Herbst

Aber Ferne – das ist zugleich eine historische Empfindung. In der Ferne wird der Raum zur Zeit. Der Horizont bedeutet die Zukunft. Der Barockpark ist der Park der späten Jahreszeit, des nahen Endes, der fallenden Blätter. Ein Renaissancepark ist für den Sommer und den Mittag gedacht. Er ist zeitlos. Nichts in seiner Formensprache erinnert an Vergänglichkeit. Erst die Perspektive…

Truer and Wiselier

You have spoken truer than you purposed. You have taken it wiselier than I meant you should. (William Shakespeare, The Tempest, Act II Scene 1)

Was entlastet

Worte entlasten nicht, der Zeuge entlastet. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 446)

Verborgensein des Individuums

In der Illusion ist das Individuum sich selbst verborgen, in der Mystifikation ist es anderen verborgen… (Sören Kierkegaard, Entweder – Oder, Teil I, 1988, S. 292)

Das Geheimnis der Rose

Ghandi wurde einmal von christlichen Missionaren gefragt, was sie tun müßten, damit die Hindus die Bergpredigt annehmen. Seine Antwort: „Denken Sie an das Geheimnis der Rose. Alle mögen sie, weil sie duftet. Also duften Sie, meine Herren!“ (Franz Alt, Frieden ist möglich, 11. Aufl. 1983, S. 105)

Gesetz und Gesetzgeber

Wer die Gesetze der Natur kennt, ist noch lange kein Gesetzgeber. (Franz Alt, Frieden ist möglich, 11. Aufl. 1983, S. 33)

Offene Tür und doch kein Weg

Glaubst du denn, Frieda, wirklich, ich hätte dir die Türen geöffnet, um dir den Weg freizugeben? (Franz Kafka, Das Schloß, 1989, S. 331 [die vom Autor gestrichenen Stellen])