Er vergaß sich in der Erfüllung der einfachen und harten Forderungen des Tages… Er fühlte sich frei, so frei, wie er sich als Mitspieler nie gefühlt hatte. Oh, es war wundervoll, der Rolle ledig zu sein und völlig einzutauchen in die gestaltlose Gleichförmigkeit des Lebens, ein Staubkorn zu werden unter Millionen und dabei… ja, und…
Schlagwort: Mensch
Sehnsucht: Resultat mangelhafter Erkenntnis
Denn der Mensch liebt und ehrt den Menschen, solange er ihn nicht zu beurteilen vermag, und die Sehnsucht ist ein Erzeugnis mangelhafter Erkenntnis. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Der Tod in Venedig, S. 559 ff. [612] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Augenbekanntschaft
Seltsamer, heikler ist nichts als das Verhältnis von Menschen, die sich nur mit den Augen kennen… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Der Tod in Venedig, S. 559 ff. [612] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Staatsreligion
Beginnt der Staat eine Religion zu haben, wenn der Mensch keine mehr hat?
Seit wann hat der Staat eine Religion?
Was Unbehagen an der Söderschen „Kreuzerhöhung“, was Pein an ihr bereitet, ist, dass sie einen Gegenstand des Individuellen in den Bereich des Staatlichen hievt. Indem der Staat sich eines solchen Gegenstands annimmt, ihn sich zu eigen macht („gut sichtbar“, wie es in der Regelung heißt), wird die Trennung zwischen Gesellschaft und Staat durchkreuzt: Der Staat…
Des Homo Dei Stand
… in der Mitte ist des Homo Dei Stand – inmitten zwischen Durchgängerei und Vernunft – wie auch sein Staat ist zwischen mystischer Gemeinschaft und windigem Einzeltum. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 694 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Die große Konfusion
Wer war denn nun eigentlich frei, wer fromm, was machte den wahren Stand und Staat des Menschen aus: der Untergang in der alles verschlingenden und ausgleichenden Gemeinschaft, der zugleich wüstlingshaft und asketisch war, oder das „kritische Subjekt“, bei welchem Windbeutelei und bürgerliche Tugendstrenge einander ins Gehege kamen? Ach, die Prinzipien und Aspekte kamen einander beständig…
Sprache als Gleichnis
Der Mensch tut keine nur einigermaßen gesammelte Äußerung allgemeiner Natur, ohne sich ganz zu verraten, unversehens sein ganzes Ich hineinzulegen, das Grundthema und Urproblem seines Lebens irgendwie im Gleichnis darzustellen. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 500 f. [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Ein Mensch
… eine … einfache und geistig unbedrohte Natur… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 433 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Der verliebte Mensch
Aber um wen es steht, wie es um ihn stand oder zu stehen begann, der will, daß man drüben von seinem Zustande Kenntnis habe, auch wenn kein Sinn und Verstand bei der Sache ist. So ist der Mensch. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 200 f. [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Morning Glory
… mit dem Überlegenheitsgefühl des im Tageslicht der Vernunft sich rasierenden Menschen… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 56 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Persönliches und unpersönliches Leben
Der Mensch lebt nicht nur sein persönliches Leben als Einzelwesen, sondern, bewußt oder unbewußt, auch das seiner Epoche und Zeitgenossenschaft, und sollte er die allgemeinen und unpersönlichen Grundlagen seiner Existenz auch als unbedingt gegeben und selbstverständlich betrachten und von dem Einfall, Kritik daran zu üben, … weit entfernt sein, …, so ist doch sehr wohl…