Der äußere und der innere Kampf um die Freiheit

Weil sich in der modernen Geschichte die Aufmerksamkeit im Kampf um die Freiheit immer auf die alten Formen der Autorität und des Zwanges konzentrierte, hatte man natürlich das Gefühl, um so mehr an Freiheit zu gewinnen, je mehr man diese traditionellen Zwänge beseitigte. Dadurch erkennen wir nicht genügend, daß der Mensch sich zwar die alten…

Die psychologische Bedeutung des Glaubens

Psychologisch hat der Glaube zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen. Er kann Ausdruck einer inneren Weltverbundenheit und eine Bejahung des Lebens sein; oder er kann eine Reaktionsbildung gegen ein fundamentales Gefühl des Zweifelns sein, das der Isolierung des Betreffenden und seiner negativen Einstellung zum Leben entspringt. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 62)

Kompensationsruhm

Wenn der Sinn des Lebens zweifelhaft geworden ist, wenn die Beziehung zu anderen Menschen und zur eigenen Person keine Sicherheit mehr bietet, dann ist der Ruhm ein Mittel, die Zweifel verstummen zu lassen: Er hat etwa die Funktion der ägyptischen Pyramiden oder des christlichen Glaubens an die Unsterblichkeit… (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24….

Geistige Tatkraft

… eine bestimmte, zum rein Geistigen hinstrebende Tatkraft, eine Neigung, die Lebensform in dem zu suchen, was von ihm selbst ausging, und nicht in dem, was er den anderen entreißen konnte. (Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Der Leopard, 32. Aufl. 2019, S. 163 f.)

Was das wahre Problem ist

Das wahre Problem besteht hierin: dieses Leben des Geistes weiterleben zu können in seinen sublimiertesten, dem Tode ähnlichsten Momenten. (Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Der Leopard, 32. Aufl. 2019, S. 49)

Schauerlich

Es war eine der Begegnungen, bei denen beide Seiten meinten, ihre Würde nur auf Kosten der anderen wahren zu können. (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 333)

Beides Entdecker: Lehrer und Schüler

Die Schüler müssen entdecken lernen. Vor allem ihre eigene Art des Sehens und ihre Geschwindigkeit, jeder für sich… Schlechte Schulen… hindern jeden daran, mehr zu sehen als der Lehrer… Die Lehrer dürfen nicht nur Lehrer, sondern müssen auch Entdecker sein. (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 329)

Sandarbeit

… Sandarbeit… (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 325)

Schreiben: ein perpetuum mobile und mehr

Schreiben war mühselig, aber wie eine Schiffsreise: es erzeugte die Kräfte und Hoffnungen, die es erforderte, selbst, und sie reichten auch noch für das sonstige Leben. Wer ein Buch zu schreiben hatte, konnte nicht auf Dauer verzweifelt sein. (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 269 f.)

First Things First!

Auge und Gehirn waren immer noch mit allem möglichen beschäftigt, nur nicht mit seinem Leiden. (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 251)

Der Brunnen der Vergangenheit

Wo die Menschen sich nichts aufschrieben, war Vergangenheit nicht harmlos. (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 240)