Es gibt viele Arten von Einsamkeit, aber Momo erlebte eine, die wohl nur wenige Menschen kennengelernt haben und die wenigsten mit solcher Gewalt.
Sie kam sich vor wie eingeschlossen in einer Schatzhöhle voll unermessliche Reichtümer, die immer mehr und mehr wurden und sie zu ersticken drohten. Und es gab keinen Ausweg! Niemand konnte zu ihr dringen und sie konnte sich niemand bemerkbar machen, so tief vergraben unter einem Berg von Zeit.
… Denn das war es, was sie nun erfuhr: Es gibt Reichtümer, an denen man zugrunde geht, wenn man sie nicht mit anderen teilen kann.
(Michael Ende, Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, 5. Aufl. 2019, S. 237)