Bild und Idee

„Aber was war es denn, was die Kunst dir gebracht und bedeutet hat?“ „Es war die Überwindung der Vergänglichkeit. Ich sah, daß aus dem Narrenspiel und Totentanz des Menschenlebens etwas übrigblieb und überdauerte: die Kunstwerke. Auch sie vergehen ja wohl irgendeinmal, sie verbrennen oder verderben oder werden wieder zerschlagen. Aber immerhin überdauern sie manches Menschenleben…

Der Ursprung der Kunst

Vielleicht, dachte er, ist die Wurzel aller Kunst und vielleicht auch alles Geistes die Furcht vor dem Tode. Wir fürchten ihn, wir schauern vor der Vergänglichkeit, mit Trauer sehen wir immer wieder die Blumen welken und die Blätter fallen und spüren im eigenen Herzen die Gewißheit, daß auch wir vergänglich sind und bald verwelken. Wenn…

Was Generalstäbe und Familien falsch machen

Sagt man nicht, daß die Generalstäbe ihre Armeen in Friedenszeiten immer vorzüglich vorbereiten – auf den letztvergangenen Krieg? Ich weiß nicht, wie es damit ist. Aber sicher erziehen alle gewissenhaften Familien ihrer Söhne stets vorzüglich für die letztvergangene Epoche. (Sebastian Haffner, Geschichte eines Deutschen – Die Erinnerungen 1914–1933, 2. Aufl. 2000, S. 100)

Frau und Politik

Vielleicht kann man von der Politik das gleiche sagen wie von den Frauen, die Beste ist die am wenigsten beredete. (Sebastian Haffner, Geschichte eines Deutschen – Die Erinnerungen 1914–1933, 2. Aufl. 2000, S. 67)

Welkende Verhältnisse

Kein Mädchen hatte bisher meine Liebe erweckt, aber ein Junge, der meine Ideale teilte und meinen Büchergeschmack. Es war eines jener fast pathologischen, ätherischen, verschämten, leidenschaftlichen Verhältnisse, wie sie nur Jungen miteinander unterhalten können, und nur solange Mädchen noch nicht richtig in ihr Leben eingetreten sind. Die Fähigkeit dazu verwelkt bald. (Sebastian Haffner, Geschichte eines…

Unheimlich!

Das Unheimliche ist nicht unheimlich, denn „unheimlich“ heißt „nicht heimlich“, eben „un-heimlich“.

Schweigestill

Die Stille ist das Schweigen der Dinge, das Schweigen die Stille der Worte.

Ganz einfach!

Und in diesem Augenblick überkam es ihn plötzlich – ganz einfach ging das alles! –, daß niemand zu sein, oder jemand oder jedermann zu sein, ihn keineswegs daran hinderte, er selbst zu sein… (Henry Miller, Das Lächeln am Fuße der Leiter, 2000, S. 67)

Der schwerste Trick von allen

[W]ie wenig man doch braucht, um nichts aus sich zu machen. Das sind wir alle einmal gewesen – nichts. Und jedermann zur gleichen Zeit. Sie applaudieren nicht uns, sie applaudieren sich selbst… Du selbst zu sein, nur du selbst, ist eine große Sache. Aber wie macht man das, wie bringt man das fertig? Das ist…