Als Kind sieht man Omas und Opas immer als Menschen, die sich gut zum Spielen und zum Verwöhnen eignen, und im Fernsehen strahlen sie in der Werbung um die Wette mit ihren schönen, fest sitzenden dritten Zähnen, für die es tolle Haftcremes in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Und immer sind sie zu zweit, glückliche Pärchen, die in die Richtung einer glücklichen Zukunft lächeln, als wäre noch jede Menge Zukunft übrig und als hätte der liebe Gott oder die Brüder Grimm ihnen einen Garantieschein ausgefüllt, auf dem stand, dass sie bis an ihr Ende glücklich gemeinsam leben würden…
(Andreas Steinhöfel, Rico, Oskar und das Mistverständnis, 2020, S. 206 f.)