Wolkentanz

… den Tanz der Wolken bei Windstille… (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 12)

Augen – Ohren – Herz

Uhren sind … nur höchst unvollkommene Nachbildungen von etwas, das jeder Mensch in seiner Brust hat. Denn so, wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so…

Zeit – Leben – Herz

Aber Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. (Michael Ende, Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, 5. Aufl. 2019, S. 78)

Schritt – Atemzug – Besenstrich

Er fuhr jeden Morgen lange vor Tagesanbruch mit seinem alten, quietschenden Fahrrad in die Stadt zu einem großen Gebäude. Dort wartete er in einem Hof zusammen mit seinen Kollegen, bis man ihm einen Besen und einen Karren gab und ihm eine bestimmte Straße zuwies, die er kehren sollte. Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn…

Gott ist nicht modern

Gott ist im tiefsten unmodern… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 197)

Wie man Zeit gewinnt

Ich kann schnell reiten, aber ich reite immer langsam, um keine Zeit zu gewinnen. (Saša Stanišić, Herkunft, 8. Aufl. 2019, S. 335)

Der beste Gedanke

Ich habe einen Gedanken gefunden, …, den du wieder für Scherz oder für Narrheit halten wirst, der aber mein bester Gedanke ist. Er heißt: von jeder Wahrheit ist das Gegenteil ebenso wahr! Nämlich so: eine Wahrheit läßt sich immer nur aussprechen und in Worte hüllen, wenn sie einseitig ist. Einseitig ist alles, was mit Gedanken…

Die Zeitlosigkeit der Zeit oder: Die Ewigkeit der Gegenwart

Vasudeva war kein Freund der Worte, selten gelang es Siddhartha, ihn zum Sprechen zu bringen. „Hast du“, so fragte er ihn einst, „hast auch du vom Flusse jenes Geheime gelernt: daß es keine Zeit gibt?“ … „Ja, Siddhartha“, sprach er. „Es ist doch dieses, was du meinst: daß der Fluß überall zugleich ist, am Ursprung…

Ew’ge Ruh’

Von den Geheimnissen des Flusses aber sah er … eines, das ergriff seine Seele. Er sah: dies Wasser lief und lief, immerzu lief es, und war doch immer da, war immer und allezeit dasselbe und doch jeden Augenblick neu! (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 83)

Verrückt werden oder Gedichte schreiben

Zitat des Tages: „Wir alle leben in der Zeit, und wenn wir aus ihr herausfallen, werden wir verrückt oder schreiben Gedichte. Nichts in diesem Verrücktsein erzwingen zu wollen und sich mit Poesie wie mit Nacktheit gegen die Grobheiten der eigenen Zeit zu wehren, das ist gerade heute mehr als nur Kunst, es ist die Kunst…

Altentisch

Es ist eine wundervolle Sprache, aber man braucht sehr viel Zeit, um etwas in ihr zu sagen; denn wenn etwas nicht wert ist, dass man sich viel Zeit lässt, es zu sagen und anzuhören, sagen wir lieber nichts. (J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, 5. Aufl. 2001, S. 494)

Nichtlinearität

Die Zeit verläuft nicht linear, ebenso wenig die Erinnerungen. Man erinnert sich immer stärker an das, was einem gerade emotional nahe ist… Die Erinnerungen an Dinge, die emotional der Gegenwart ähnlich sind, nehmen quasi eine Abkürzung. (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 213 f.)