Seelennah und -fern

… der modernen Seele, die Ozeane und Kontinente spielend überbrückt, ist nichts so unmöglich, wie die Verbindung zu den Seelen zu finden, die um die nächste Ecke wohnen. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 220)

Verbrecherphilosophie

… ohne Philosophie wagen heute nur noch Verbrecher anderen Menschen zu schaden… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 193)

Wem der Mensch vertraut

… zu einem kranken Arzt hat man kein Vertrauen, was aber einer zu sagen hat, der es verstanden hat, für sich selbst zu sorgen, daran muß doch wohl mancherlei Wahres sein. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 191)

Gegen sich selbst leben

… ein Mensch, der von irgend etwas gezwungen wird, gegen sich selbst zu leben… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 151 f.)

Dieses lausige Gefühl tierischer Arbeitsamkeit

Man hat Wirklichkeit gewonnen und Traum verloren. Man liegt nicht mehr unter einem Baum und guckt zwischen der großen und der zweiten Zehe hindurch in den Himmel, sondern man schafft… Genauso ist es, wie wenn die alte untüchtige Menschheit auf einem Ameisenhaufen eingeschlafen wäre, und als die neue erwachte, waren ihr die Ameisen ins Blut…

Kein kleines Glück

Es bedeutet also kein gar kleines Glück, wenn man darauf kommt, …, daß der Mensch in allem, was ihm für das Höhere gilt, sich weit altmodischer benimmt, als es seine Maschinen sind. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 37)

Anlehnung durch Ablehnung

Es ist ein Grundzug der Kultur, daß der Mensch dem außerhalb seines eigenen Kreises lebenden Menschen aufs tiefste mißtraut… Schließlich besteht ja das Ding nur durch seine Grenzen und damit durch einen gewissermaßen feindseligen Akt gegen seine Umgebung; … darum ist es nicht von der Hand zu weisen, daß die tiefste Anlehnung des Menschen an…

Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben

Es muß der Mensch in seinen Möglichkeiten, Plänen und Gefühlen zuerst durch Vorurteile, Überlieferungen, Schwierigkeiten und Beschränkungen jeder Art eingeengt werden wie ein Narr in seiner Zwangsjacke, und erst dann hat, was er hervorzubringen vermag, vielleicht Wert, Gewachsenheit und Bestand… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 20)

Zufriedenheitsparadoxon

Zitat(e) des Tages: „Aus der Suizidforschung weiß man, dass das Motiv ‚ich will anderen ja nicht zur Last fallen‘ ein ganz starkes Suizidmotiv ist… Man nennt das Bilanzsuizid. Der nüchterne Blick des Lebensmüden geht zurück, bewertet das Jetzt, malt sich die Zukunft in düsteren Farben aus und kommt zu dem Ergebnis, dass es an der…

Der alte Fehler des Menschen

Der alte Fehler des Menschen: die Welt mit sich in Einklang bringen zu wollen, statt sich mit der Welt. (Georg Neureither)

Lieber die Vergangenheit ändern

Zitat des Tages: „Warum würden Menschen lieber die Vergangenheit ändern, damit ihre Gegenwart gut ist, als ihre Gegenwart ändern, damit die Zukunft gut ist?“

Die Hoffnungen der Menschen

So ist es mit allem, was die Menschen anfangen: Ein später Frost im Frühjahr oder ein verregneter Sommer, und ihre Hoffnungen gehn nicht auf. Doch selten nur geht nicht auf, was sie aussäen… Das liegt im Staub und vermodert und sprießt dann wieder auf, wo und wann man es nicht erwartet. (J. R. R. Tolkien,…