Wenn Gesellschaften ihre Mitglieder wie selbstverständlich in Gewinnende und Verlierende aufteilen, führt das vielleicht zwangsläufig dazu, dass nur jene Menschen freundlich sind, die es nötig haben. (Daniel Schreiber, Allein, 5. Aufl. 2021, S. 37)
Schlagwort: Gesellschaft
Sancta simplicitas
Mir scheint…, daß viele der Grundprobleme im Leben des einzelnen und der Gesellschaft sehr einfach, ja so einfach sind, daß man von jedermann erwarten könnte, daß er sie begreift. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 181)
Gefühl und Gesellschaft
In unserer Gesellschaft hält man ganz allgemein nicht viel von Gefühlen. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 177)
Autorität und Gewissen
Die Analyse zeigt, daß das Gewissen ein ebenso strenger Zwingherr ist wie äußere Autoritäten. Außerdem zeigt sie, daß die Gewissensinhalte im letzten keine Forderungen des individuellen Selbst sind, sondern gesellschaftliche Forderungen, die die Würde ethischer Normen angenommen haben. Die Herrschaft des Gewissens kann sogar noch strenger sein als die der äußeren Autoritäten, weil der Betreffende…
Die Funktion des Menschen in der Gesellschaft
Das „Selbst“, in dessen Interesse der moderne Mensch handelt, ist das gesellschaftliche Selbst, ein Selbst, das sich im wesentlichen mit der Rolle deckt, die der Betreffende nach dem, was die anderen von ihm erwarten, zu spielen hat und die in Wirklichkeit nur eine subjektive Tarnung seiner objektiven Funktion in der Gesellschaft ist. (Erich Fromm, Die Furcht…
Furcht und Elend des Jurastudiums
Zitat(e) des Tages: „Und dann die inhärente Menschenwürdeverletzung, dass man auf den Hundertstelpunkt genau gesagt bekommt, wie unzulänglich man ist!“ „Das ist eine Staatseintrittsqualifikation, die man da erwirbt, man wird da passend gemacht, da steckt noch die ganze strukturelle Gewalt des Obrigkeitsstaats drin.“ „… die dogmatische Scheinrationalität der deutschen Rechtswissenschaft…“ „Ich bin sofort in die…
Kaldaunen mit Zwiebeln
Ein Mensch, der irgend etwas in der Welt wahrhaftig und selbstlos um seiner selbst willen genießt, ohne sich einen Deut darum zu scheren, was andere darüber sagen, ist allein durch diese Tatsache … gewappnet… Ich habe einen Menschen gekannt, der gegen starke Versuchungen zum gesellschaftlichen Ehrgeiz gewappnet war durch eine noch stärkere Vorliebe für Kaldaunen…
Die aufheiternde Gesellschaft der Betrogenen
Wenn … ein Priester die Lehre seiner Kirche ohne Überzeugung verkündet, aber die Güter seiner Pfründe mit Würde verzehrt; wenn ein dünkelvoller Lehrer die Ehren und Vorteile eines hohen Lehramtes innehat und genießt, ohne von der Höhe seiner Wissenschaft den mindesten Begriff zu haben und derselben auch nur den kleinsten Vorschub zu leisten; wenn ein…
Abgespaced!
Ist die Menschheit allein im Universum? Gibt es eine Chance, jenseits der Erde auf fremde Intelligenzen zu stoßen? Und was würde ein solcher Kontakt für die Zukunft der Menschheit bedeuten? Dies sind die Fragen, die im Mittelpunkt der neuesten sozialwissenschaftlichen Subdisziplin stehen, der Exosoziologie.
Staatsreligion
Beginnt der Staat eine Religion zu haben, wenn der Mensch keine mehr hat?
Seit wann hat der Staat eine Religion?
Was Unbehagen an der Söderschen „Kreuzerhöhung“, was Pein an ihr bereitet, ist, dass sie einen Gegenstand des Individuellen in den Bereich des Staatlichen hievt. Indem der Staat sich eines solchen Gegenstands annimmt, ihn sich zu eigen macht („gut sichtbar“, wie es in der Regelung heißt), wird die Trennung zwischen Gesellschaft und Staat durchkreuzt: Der Staat…
Persönliches und unpersönliches Leben
Der Mensch lebt nicht nur sein persönliches Leben als Einzelwesen, sondern, bewußt oder unbewußt, auch das seiner Epoche und Zeitgenossenschaft, und sollte er die allgemeinen und unpersönlichen Grundlagen seiner Existenz auch als unbedingt gegeben und selbstverständlich betrachten und von dem Einfall, Kritik daran zu üben, … weit entfernt sein, …, so ist doch sehr wohl…