Eigentlich müsste doch ein Kind drei Monate nach seiner Geburt seinen ersten Zeugungstag feiern, dachte ich. Wie einfallslos das ist, einen Menschen erst dann lebendig zu nennen, wenn man ihn sieht. (Joachim Meyerhoff, Alle Toten fliegen hoch – Teil 4: Die Zweisamkeit der Einzelgänger, 9. Aufl. 2026, S. 337)
Schlagwort: Geburt
Nichtsein
Wir sterben in den Wehen unserer Geburt. Wir sind niemals gewesen, wir sind auch jetzt nicht. Wir sind immerzu im Werden, immerzu einsam und losgelöst. Für immer außen. (Henry Miller, Das Lächeln am Fuße der Leiter, 33. Aufl. 2019, S. 78)
Herrschaft der Besten
In der Gesellschaftsgeschichte geht es stets um den Versuch der Adelsbildung, sie ist deren Spitze und Krone, und irgendeine Art von Aristokratie, von Herrschaft der Besten, scheint das eigentliche, wenn auch nicht immer zugegebene Ziel und Ideal aller Versuche der Gesellschaftsbildung zu sein. Stets hat die Macht, sei es eine monarchische oder eine anonyme, sich…
Vorleben
Mein Leben ist das Zögern vor der Geburt. (Franz Kafka, Tagebücher, 1990 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 888)