Leib und Seele: Aristoteles und Goethe

„Seele“ – das war für den echten Hellenen zuletzt die Form seines Leibes. So hat Aristoteles sie definiert. „Leib“ – das war für den faustischen Menschen das Gefäß der Seele. So empfand Goethe. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 331)

Barock und Renaissance: Mittag und Abend, Sommer und Herbst

Aber Ferne – das ist zugleich eine historische Empfindung. In der Ferne wird der Raum zur Zeit. Der Horizont bedeutet die Zukunft. Der Barockpark ist der Park der späten Jahreszeit, des nahen Endes, der fallenden Blätter. Ein Renaissancepark ist für den Sommer und den Mittag gedacht. Er ist zeitlos. Nichts in seiner Formensprache erinnert an Vergänglichkeit. Erst die Perspektive…

Raum wird Zeit

„Ich schreite kaum, doch wähn’ ich mich schon weit.“ „Du siehst, mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit.“

Truer and Wiselier

You have spoken truer than you purposed. You have taken it wiselier than I meant you should. (William Shakespeare, The Tempest, Act II Scene 1)

Von der Wahrheit kriegt man kalte Füße

Wahrheit ist wie eine Decke, bei der man immer kalte Füße bekommt. Sie ist immer zu kurz, egal, wie sehr man sie zieht. Egal, was du tust, du kannst dich nie ganz mit ihr zudecken.

Die reine Einsicht

Die reine Einsicht aber ist zunächst ohne Inhalt und vielmehr reines Verschwinden desselben; durch die negative Bewegung gegen das ihr Negative aber wird sie sich realisieren und einen Inhalt geben.

Was entlastet

Worte entlasten nicht, der Zeuge entlastet. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 446)

Verborgensein des Individuums

In der Illusion ist das Individuum sich selbst verborgen, in der Mystifikation ist es anderen verborgen… (Sören Kierkegaard, Entweder – Oder, Teil I, 1988, S. 292)

Das Geheimnis der Rose

Ghandi wurde einmal von christlichen Missionaren gefragt, was sie tun müßten, damit die Hindus die Bergpredigt annehmen. Seine Antwort: „Denken Sie an das Geheimnis der Rose. Alle mögen sie, weil sie duftet. Also duften Sie, meine Herren!“ (Franz Alt, Frieden ist möglich, 11. Aufl. 1983, S. 105)