Des Menschen Legenden

Unsere Einbildungen und unsere Selbstgewißheiten verhalten sich zur Wirklichkeit wie Legenden zu den historischen Tatsachen. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 131)

Was uns vor uns selbst bestätigt

… die unserm Schicksal innewohnende spürbare Folgerichtigkeit ist es, die unser Herz stählt und uns vor uns selbst bestätigt. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 110)

Instinktverlust

Die Instinktverluste, die einer erleidet, und das ist ein Existenzproblem ersten Ranges, richten sich danach, wieviel Freiheit er sich anmaßt und wieviel Schicksal er zu ertragen gewillt ist, er selbst, er allein. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 101)

Leben hautnah

Das geht, man kann das Leben hautnah an sich herankommen lassen, man soll es vielleicht, aber dann muß man den Mut haben, der vor nichts zurückschreckt, vor keiner Bedrohung und vor keiner Demütigung. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 65)

Mitleid als Verachtung

… Mitleid ist eine Form der Verachtung… (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 65)

Der gestaltete Mensch

… Bangigkeit…, die der gestaltete Mensch vor der amorphen Masse empfindet… (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 61)

Die Gegenwart der Mietwohnung

Er stand seiner eigenen Vergangenheit mit dem Gefühl gegenüber, das man für eine Mietwohnung hat, aus der man längst ausgezogen ist. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 49)

Wassermann als Jobberater

Man darf nicht vom Beruf leben wollen, wenn man nicht mehr die Überzeugung hat, daß man ihn so restlos ausfüllt wie ein Körper seine Haut. Man muß der Herr des Metiers sein, nicht sein Knecht, nicht sein Hund. Das ist alles so einfach, wie wenn du guten Tag sagst; sieht man näher zu, so ist…

Wassermann als Eheberater

Es wird ihm klar, daß es in jedem wahrhaften menschlichen Bund die Todsünde ist, sich sicher zu fühlen und mit der Sicherheit zu beruhigen. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 11 f.)

Defenestration

Der Prager Fenstersturz als „Besonderheit der traditionellen Prager Rechtspflege“!