Zitat des Tages: „Ohne robuste Vorurteile lässt sich ein Lektürepensum nicht limitieren.“
Schlagwort: Zeit
Gottes tausend Dukaten
Lejzr-Gabe ist der Diener von Reb Naftúli, und einmal ist er traurig. „Was hast du?“ fragt ihn der Rabbi. – „Einen Streit habe ich, mit Gott dem Herrn… Ich habe zu Gott dem Herrn gesagt: Unser Rebbe sagt, dass vor dir, Herr, tausend Jahre sind wie ein Augenblick. Und ich, Lejzr-Gabe, sage, dass tausend Dukaten vor dir sind…
Rotweinzeit
Sei mir willkommen, Rotweinzeit!
Höchstgeschwindigkeit: bei Schiff und Mensch
Sie müssen sich das so vorstellen…, jeder Schiffsrumpf hat eine ihm eigene Höchstgeschwindigkeit, die er nie überschreitet, was immer Sie takeln, bei jedem Wetter. So ist das auch mit mir. (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 57 f.)
Unzeit
Meine Ungeduld läßt mich immer vor der Zeit zu den Waffen eilen. Mehr aus Neugier denn aus Eifer; Wunsch den Dingen vorzugreifen. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 219)
Barock und Renaissance: Mittag und Abend, Sommer und Herbst
Aber Ferne – das ist zugleich eine historische Empfindung. In der Ferne wird der Raum zur Zeit. Der Horizont bedeutet die Zukunft. Der Barockpark ist der Park der späten Jahreszeit, des nahen Endes, der fallenden Blätter. Ein Renaissancepark ist für den Sommer und den Mittag gedacht. Er ist zeitlos. Nichts in seiner Formensprache erinnert an Vergänglichkeit. Erst die Perspektive…
Raum wird Zeit
„Ich schreite kaum, doch wähn’ ich mich schon weit.“ „Du siehst, mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit.“