Dieser Weg wird kein leichter sein

Die Dinge, die wir sehen, …, sind dieselben Dinge, die in uns sind. Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben. Darum leben die meisten Menschen so unwirklich, weil sie die Bilder außerhalb für das Wirkliche halten und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Wort kommen lassen. Man kann glücklich…

Funke der Erkenntnis

Es ist ein großer Unterschied, ob Sie bloß die Welt in sich tragen, oder ob Sie das auch wissen! Ein Wahnsinniger kann Gedanken hervorbringen, die an Plato erinnern, und ein kleiner, frommer Schulknabe in einem Herrnhuter Institut denkt tiefe mythologische, Zusammenhänge schöpferisch nach, die bei den Gnostikern oder bei Zoroaster vorkommen. Aber er weiß nichts…

Subjektive Wahrheit

Selbst vor Gericht ist Wahrheit eine subjektive Angelegenheit. Glauben und Wissen sehen einander zum Verwechseln ähnlich. Man kann mit Recht fragen, ob sie nicht dasselbe sind. Kluge Leute beurteilen die Wahrheit in Grenzfällen deshalb nicht nach ihrer Gültigkeit, sondern nach ihrer Nützlichkeit. (Juli Zeh, Corpus Delicti – Ein Prozess, 40. Aufl. 2010, S. 121)

Glauben und Wissen

Glauben war in Wahrheit Wissen. (Robert Seethaler, Der letzte Satz, 2021, S. 125)

Was die Partei weiß

Die Partei weiß mehr über die Menschen als die Menschen selbst. (John le Carré, Der Spion, der aus der Kälte kam, 2. Aufl. 2016, S. 253)

Tote und lebendige Gedanken

Denn mit den Gedanken ist es eine eigene Sache. Sie sind oft nicht mehr als Zufälligkeiten, die wieder vergehen, ohne Spuren hinterlassen zu haben, und die Gedanken haben ihre Toten und ihre lebendigen Zeiten. Man kann eine geniale Erkenntnis haben, und sie verblüht dennoch, langsam, unter unseren Händen, wie eine Blume. Die Form bleibt, aber…

Glauben!

… wirkliche Freisprechungen, man kann sie glauben, nachweisbar sind sie aber nicht. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 141)

Die Anziehungskraft des Gerichts

[I]ch möchte alles wissen und gerade Gerichtssachen interessieren mich ungemein. Das Gericht hat eine eigentümliche Anziehungskraft, nicht? (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 30)

Durch Mitleid wissend

Durch Mitleid wissend, es bedeutet tausendmal mehr Wissen, als durch Bücher wissend sein! (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, II Aus dem Nachlaß, 1987, S. 1045)

Je mehr Ordnungen, desto weniger Ordnung

… es mögen ungefähr hundert Jahre her sein, da haben die führenden Köpfe des deutschen Zivils geglaubt, daß der denkende Bürger die Gesetze der Welt an seinem Schreibtisch sitzend aus seinem Kopf herleiten werde, so wie man die Sätze von den Dreiecken beweisen kann… Diese Überhebung ist uns seither gründlich ausgetrieben worden; wir haben in…

Der innere Kapitalismus des Wissens

Ich glaube, …, daß das Wissen mit der Habsucht verwandt ist; einen schäbigen Spartrieb darstellt; ein überheblicher innerer Kapitalismus ist… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 311)

Nichtwissenwollen

… man kann nicht, nicht wissen wollen! (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 214)