Warum Angst?

Die Menschen fliehen zueinander, weil sie voreinander Angst haben… Und warum haben sie Angst? Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist. Sie haben Angst, weil sie sich nie zu sich selber bekannt haben. Eine Gemeinschaft von lauter Menschen, die vor dem Unbekannten in sich selber Angst haben! (Hermann Hesse, Demian, 54….

Angst vor dem eigenen Innern

… – es gab für jeden ein „Amt“, aber für keinen eines, das er selber wählen, umschreiben und beliebig verwalten durfte. Es war falsch, neue Götter zu wollen, es war völlig falsch, der Welt irgend etwas geben zu wollen! Es gab keine, keine, keine Pflicht für erwachte Menschen als die eine: sich selber zu suchen,…

Im Konflikt mit Pietät und Dankbarkeit

Auch den harmlosen Menschen bleibt es kaum erspart, einmal oder einigemal im Leben in Konflikt mit den schönen Tugenden der Pietät und der Dankbarkeit zu geraten. Jeder muß einmal den Schritt tun, der ihn von seinem Vater, von seinen Lehrern trennt, jeder muß etwas von der Härte der Einsamkeit spüren, wenn auch die meisten Menschen…

Dieser Weg wird kein leichter sein

Die Dinge, die wir sehen, …, sind dieselben Dinge, die in uns sind. Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben. Darum leben die meisten Menschen so unwirklich, weil sie die Bilder außerhalb für das Wirkliche halten und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Wort kommen lassen. Man kann glücklich…

Wer vergleicht, hat schon verloren

Sie dürfen sich nicht mit andern vergleichen, und wenn die Natur Sie zur Fledermaus geschaffen hat, dürfen Sie sich nicht zum Vogel Strauß machen wollen… Sie werfen sich vor, daß Sie andere Wege gehen als die meisten. Das müssen Sie verlernen. (Hermann Hesse, Demian, 54. Aufl. 2024, S. 128 f.)

Funke der Erkenntnis

Es ist ein großer Unterschied, ob Sie bloß die Welt in sich tragen, oder ob Sie das auch wissen! Ein Wahnsinniger kann Gedanken hervorbringen, die an Plato erinnern, und ein kleiner, frommer Schulknabe in einem Herrnhuter Institut denkt tiefe mythologische, Zusammenhänge schöpferisch nach, die bei den Gnostikern oder bei Zoroaster vorkommen. Aber er weiß nichts…

Bestand der Welt

Wir ziehen die Grenzen unserer Persönlichkeit immer viel zu eng! Wir rechnen zu unserer Person immer bloß das, was wir als individuell unterschieden, als abweichend erkennen. Wir bestehen aber aus dem ganzen Bestand der Welt, jeder von uns, und … so haben wir in der Seele alles, was je in Menschenseelen gelebt hat. (Hermann Hesse, Demian,…

Nur nicht diesen Weg!

… nichts auf der Welt ist dem Menschen mehr zuwider, als den Weg zu gehen, der ihn zu sich selber führt. (Hermann Hesse, Demian, 54. Aufl. 2024, S. 55)

Entzauberung des Vaters

Es war ein erster Riß in die Heiligkeit des Vaters, es war ein erster Schnitt in die Pfeiler, auf denen mein Kinderleben geruht hatte, und die jeder Mensch, ehe er er selbst werden kann, zerstört haben muß. Aus diesen Erlebnissen, die niemand sieht, besteht die innere, wesentliche Linie unsres Schicksals. Solch ein Schnitt und Riß…

Die Fragen der andern

Die Aphorismensammlung „Die Fragen der andern“ behandelt in Kapiteln wie Liebe (Überleben), Mensch (Neuland), Gesellschaft (Repräsentanz ohne Präsenz), Internet und Co. (Der interessanteste Kontakt) Gedanken über Kummer und Kaugummi, Menschenwürde und Mittagsschlaf, Astrid Lindgren und Donald Trump, Mainstream und Mittelmeer, Bahnhof und Badewanne – und, und, und. Und selbstverständlich enthält der Band nicht nur Fragen, sondern gibt auch Antworten:…

Der reife und der unreife Mensch

„Der unreife Mensch kennzeichnet sich dadurch aus, dass er edel für eine Sache sterben will, der reife dadurch, dass er bescheiden für eine leben will.“ (Wilhelm Stekel, zit. n. J. D. Salinger, Der Fänger im Roggen, 24. Aufl. 2024, S. 239)

A Glimpse of What it Was Like to be Human

Will looked at this strange little group, his gang for the day, and tried to make some sense of it. All these ripples and connections! He couldn’t get his head round them. He was not a man given to mystical moments, even under the influence of narcotics, but he was very worried that he was…