Ehemann

Ein Ehmann muss an manches sich gewöhnen. (Franz Grillparzer, Weh dem, der lügt!, 2001, V. 1385)

Kein anderer Ausweg

Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. Diese Weisheit Loriots wurde früh unsere Alltagswahrnehmung. So wuchsen wir auf in wohlhabendem Milieu, mit hohem Sozialprestige, kommunikativ hingegen anschlussfähig nur durch Clownerie und Parodie, eine Melange aus Herkunftsstolz und Herkunftsscham. Für einen Heranwachsenden gräbt sich die Konfusion des Vaters, der Eltern, die Konfusion mit den Regeln, die das soziale…

Facebook

Schiller verstößt gegen Facebooks Gemeinschaftsstandards zu Hassrede und Herabwürdigung! Herrlich!

Gott, was sind Männer primitiv!

So sind die Männer. Lüstlinge sind alle! Dem Leichtsinn eilen sie, der Freude zu, Und schätzen nichts, was sie verehren müssen. (Friedrich Schiller, Maria Stuart, 2001, V. 1988 ff.)

Eines Mannes Tugend

[E]ines Mannes Tugend Erprobt allein die Stunde der Gefahr. (Friedrich Schiller, Maria Stuart, 2001, V. 894 f.)

Wofür sich Männer doch eigentlich interessieren sollten

Zitat(e) des Tages: „sinnlich unterfordert mit einem hyperreflektierenden Mann an der Bar“ – „eines dieser Berlin-Mitte-Phänomene, das gefühlte 0,2 Prozent der Bevölkerung betrifft“ – „retrosexuell“ – „wofür sich Männer doch eigentlich interessieren sollten: Sex, Karriere, Saufen“ – „dass es Frauen außerordentlich irritiert, wenn Männer nicht mehr so gut berechenbar sind“ – „verlieren die Frauen auch…

Wir verstehen nur, was wir verstanden haben

Thomas Mann forderte von seinen Lesern, den „Zauberberg“ zweimal zu lesen. Warum? Beim ersten Lesen steht das Narrative ganz im Vordergrund: Die erzählte Geschichte muss zuallererst verstanden werden. Rückbezüge, Vorverweise, Strukturen, Muster usw. werden erst später bewusst: Die Ordnung des Textes entdeckt man – und seine Schönheit – meist erst im zweiten Lesedurchgang. In den Worten Thomas…

Der Beginn der Menschlichkeit

Ich glaube, die Menschlichkeit fängt an, wo ungeniale Leute glauben, daß sie aufhört. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 838 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Dummheit von Augenblickswesen

… jene Dummheit von Augenblickswesen, die nicht zu denken vermag, daß es noch wieder anders kommen kann… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 508 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Organische Inanspruchnahme

… von einer sechsgängigen Berghof-Mahlzeit organisch stark in Anspruch genommen… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 219 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Namensanprobe

Frau Chauchat hieß Clawdia. Hans Castrop verstand nicht gleich. Er ließ sich den Namen wiederholen und buchstabieren, bevor er ihn auffaßte. Dann sprach er ihn mehrmals nach, indem er dabei mit rot geäderten Augen zu Frau Chauchat hinüberblickte und ihn ihr gewissermaßen anprobierte. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 197 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Der Leidende als des Leidenden Führer und Heiland 

So hatte er sich eingebürgert als einer der Ärzte, die Leidensgenossen … sind; die nicht, von der Krankheit unabhängig, sie aus dem freien Stande persönlicher Intaktheit bekämpfen, sondern selber ihr Zeichen tragen, – ein eigentümlicher, aber durchaus nicht vereinzelter Fall, der ohne Zweifel seine Vorzüge wie sein Bedenkliches hat. Kameradschaft des Arztes mit dem Patienten…

Liebe und Logik

Unter allen Naturtrieben, …, sei sie (sc. die Liebe) der schwankendste und gefährdetste, von Grund aus zur Verirrung und heillosen Verkehrtheit geneigt, und das dürfe nicht wundernehmen. Denn dieser mächtige Impuls sei nichts Einfaches, er sei seiner Natur nach vielfach zusammengesetzt, und zwar, so rechtmäßig wie er als Ganzes auch immer sei, – zusammengesetzt sei…

Illusion der Unabhängigkeit

Bei solchen Veranstaltungen hospitiere ich… – ich komme auf eine Viertelstunde und gehe wieder meiner Wege. Das gibt mir die Illusion der Unabhängigkeit… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 160 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Geistiges Dilettieren

… daß er geistig dilettiert, daß er nach Art begabter Jugend mit den möglichen Anschauungen vorläufig nur Versuche anstellt. Der begabte junge Mensch ist kein unbeschriebenes Blatt, er ist vielmehr ein Blatt, auf dem gleichsam mit sympathetischer Tinte alles schon geschrieben steht, das Rechte wie das Schlechte, und Sache des Erziehers ist es, das Rechte…

Der wahrhaft theologische Weg zum Heil

Ihr verlaßt Euch darauf, daß der Stolz mich an der zur Rettung notwendigen Zerknirschung hindern wird, und stellt dabei nicht in Rechnung, daß es eine stolze Zerknirschung gibt. Die Zerknirschung Kains, der der festen Meinung war, seine Sünde sei größer, als daß sie ihm je verziehen werden möchte. Die contritio ohne jede Hoffnung und als…

Das Leben ist nicht heikel, zum Teufel!

Deine Neigung, Freund, dem Objektiven, der sogenannten Wahrheit nachzufragen, das Subjektive, das reine Erlebnis als unwert zu verdächtigen, ist wahrhaft spießbürgerlich und überwindenswert. Du siehst mich, also bin ich dir. Lohnt es zu fragen, ob ich wirklich bin? Ist wirklich nicht, was wirkt, und Wahrheit nicht Erlebnis und Gefühl? Was dich erhöht, was dein Gefühl…