Der einzige ehrliche Ort auf dieser Erde

Es war alles so verrückt… Mal hatte man Glück, lebte in einem reichen Land oder war mit Gesundheit und Intelligenz gesegnet, mal hatte man Pech und war leider dumm, bekam Krebs oder kam in einem Slum von Afrika auf die Welt und starb, ehe man das Wort „sterben“ überhaupt buchstabieren lernte… Es war alles willkürlich…

Deine ganzen beschissenen Träume und Hoffnungen

Wie immer, wenn die Dinge schwierig waren und er aufgeben wollte, dachte er an das, was sein Nachbar Toby mal zu ihm gesagt hatte, als er bekifft gewesen war. „Das Wichtigste ist, dass du deine ganzen beschissenen Träume und Hoffnungen packst und sie nie mehr loslässt“, hatte er gesagt. „Du kannst schreien, du kannst verzweifeln,…

Der Tod ist scheiße

Objektiv gesehen ist der Tod das Beste, was den Menschen passieren konnte. Er zwingt sie, sich dem Leben zu stellen… Er ist das einzig richtige Ende, notwendig und ein starker Antrieb… Subjektiv gesehen ist der Tod natürlich scheiße. (Benedict Wells, Fast genial, 2011, S. 187)

Ungeklärte Situationen

Aber, mein Freund, Sie wissen doch, daß nichts geeigneter ist, ewig zu dauern, als ungeklärte Situationen. Nur Romanautoren suchen alles aufzulösen. Im Leben wird nichts gelöst; alles geht so weiter. Die Ungewißheit bleibt, und bis zum Schluß weiß man nicht, woran man sich halten soll; inzwischen aber geht das Leben weiter, immer weiter, gerade so,…

Schreiben als Hindernis

Manchmal scheint es mir, als hindere einen das Schreiben am Leben… (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 263)

Vom Leben lernen

Er hat vieles zu früh gelesen, zuviel behalten und sehr viel mehr aus Büchern gelernt als aus dem Leben. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 215)

Lebensregel

So vieles gehorcht nicht den Regeln der Vernunft, und wer das Leben nur mittels der Vernunft begreifen wollte, dem geht es wie dem, der eine Flamme mit der Feuerzange fassen will. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 173 f.)

Leben oder Tod?

Der Mensch, der glaubt, sein (oder sein eigenes?) Leben zu kennen, kennt in Wirklichkeit nur seinen (oder seinen eigenen?) Tod. (Antonio Tabucchi, Indisches Nachtstück, 5. Aufl. 1998, S. 106)

Der rechte Weg II

Denn etliche gehen mit Notwendigkeit in die Irre, weil es einen rechten Weg für sie überhaupt nicht gibt. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [335] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Nichts als leben

…, daß, wer lebt, nicht arbeitet… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [294] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Nichts als arbeiten

Er arbeitete nicht wie jemand, der arbeitet, um zu leben, sondern wie einer, der nichts will als arbeiten… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [293] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Der rechte Weg I

Er ging den Weg, den er gehen mußte, ein wenig nachlässig und ungleichmäßig, …, und wenn er irreging, so geschah es, weil es für etliche einen richtigen Weg überhaupt nicht gibt. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [290 f.] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])