Das Gesamtwerk

Mein tägliches Notieren von neuen und seltsamen Worten aus meiner Umgebung machte zusammen mit dem Abschreiben von merkwürdigen oder gar schönen Stellen aus den Büchern ein unentwegt schreibendes Kind aus mir, das freilich keinen einzigen Satz aufschrieb, den es sich selbst ausgedacht hatte. Ich schrieb also ab, ich exzerpierte und ich kombinierte meine jeden Tag…

Des Künstlers Sklave

Die Künstler versklaven oft ihre Freunde. (Wladimir Kaminer, Russendisko, 16. Aufl. 2002, S. 109)

Des Künstlers Kunst

Ein Künstler lebt und webt in seiner Kunst. (Franz Grillparzer, Weh dem, der lügt!, 2001, V. 502)

Der ungünstige Einfluss der Juristerei auf den künstlerischen Schwung

Der Maler beobachtete die Wirkung, die seine Erklärung auf K. gemacht hatte und sagte dann mit einer gewissen Ängstlichkeit: „Fällt es Ihnen nicht auf daß ich fast wie ein Jurist spreche? Es ist der ununterbrochene Verkehr mit den Herren vom Gericht, der mich so beeinflußt. Ich habe natürlich viel Gewinn davon, aber der künstlerische Schwung…

Verstehen des Künstlers

… „sich „ausdrücken“ bedeutet, daß es für den Künstler überhaupt erst „verstehen“ bedeutet! Der Ausdruck, den wir den Dingen geben, entwickelt erst den Sinn, sie richtig aufzunehmen. Ich verstehe erst, was ich oder ein anderer will, indem ich es aufführe! (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 928)

Die aufheiternde Gesellschaft der Betrogenen

Wenn … ein Priester die Lehre seiner Kirche ohne Überzeugung verkündet, aber die Güter seiner Pfründe mit Würde verzehrt; wenn ein dünkelvoller Lehrer die Ehren und Vorteile eines hohen Lehramtes innehat und genießt, ohne von der Höhe seiner Wissenschaft den mindesten Begriff zu haben und derselben auch nur den kleinsten Vorschub zu leisten; wenn ein…

Unselige Künstler

Er … gehörte nicht zu jenen unseligen Künstlern, welche wohl hohe Gaben haben, zu ihrer Äußerung aber nie die rechten Mittel finden. Es gibt ja manche solche Menschen, welchen es gegeben ist, die Schönheit der Welt tief und groß zu empfinden und in ihrer Seele hohe, edle Bilder zu tragen, welche aber nicht den Weg…

Lyrische Erregung

… ich glaube gerne, daß man Künstler nur sein kann, wenn man die lyrische Erregung zu beherrschen vermag; doch um sie beherrschen zu können, ist es unerläßlich, sie erst einmal empfunden zu haben. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 305)

Der Künstler als Staat

… der Staat bin ich, der Künstler; ob ich nun Staat damit mache oder nicht, meine Kunst macht niemandem Konkurrenz. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 180)

Der Ursprung der Kunst

Vielleicht, dachte er, ist die Wurzel aller Kunst und vielleicht auch alles Geistes die Furcht vor dem Tode. Wir fürchten ihn, wir schauern vor der Vergänglichkeit, mit Trauer sehen wir immer wieder die Blumen welken und die Blätter fallen und spüren im eigenen Herzen die Gewißheit, daß auch wir vergänglich sind und bald verwelken. Wenn…

Mensch und Gott

[U]nsre Bestimmung ist, die Gegensätze richtig zu erkennen, erstens nämlich als Gegensätze, dann aber als die Pole einer Einheit. So ist es auch mit dem Glasperlenspiel. Die Künstlernaturen sind in dies Spiel verliebt, weil man darin phantasieren kann; die strengen Fachwissenschaftler verachten es – und auch manche Musiker tun es –, weil ihm jener Grad…

Werk und Liebe

Ich bin nicht zufrieden damit. Das Werk bleibt immer hinter der Idee zurück. Alles, was aus Liebe geschieht, ist unfertig. Weil meine Liebe unfertig ist.