… sie wusste nicht, mit wem sie darüber hätte sprechen können, mit ihm, Andrea, jedenfalls nicht, und erst recht nicht mit Giulia, die diesen Geständnissen sofort das Einzigartige, Außergewöhnliche genommen und sie mit ihrer Lebenserfahrung zunichte gemacht hätte. (Hanns-Josef Ortheil, Im Licht der Lagune, 15. Aufl. 2000, S. 231)
Schlagwort: Geständnis
Geständnis
„Josef K.!“ K. stockte, und sah vor sich auf den Boden. Vorläufig war er noch frei, er konnte noch weitergehn und … sich davon machen. Es würde eben bedeuten, daß er nicht verstanden hatte oder daß er zwar verstanden hatte, sich aber darum nicht kümmern wollte. Falls er sich aber umdrehte, war er festgehalten, denn…
Geständnis als Ausweg
[G]egen dieses Gericht kann man sich … nicht wehren, man muß das Geständnis machen… Erst dann ist die Möglichkeit zu entschlüpfen gegeben, erst dann. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 98)
Nochmals: Der verliebte Mensch
Wir erinnern und wiederholen, daß dem Zustande, in dem er sich befand, in der Regel ein Drang und Zwang, sich zu offenbaren, eingeboren ist, ein Trieb zum Bekenntnis und Geständnis, eine blinde Eingenommenheit von sich selbst und eine Sucht, die Welt mit sich zu erfüllen, – desto befremdlicher für uns Nüchterne, je weniger Sinn, Vernunft…
Der verliebte Mensch
Aber um wen es steht, wie es um ihn stand oder zu stehen begann, der will, daß man drüben von seinem Zustande Kenntnis habe, auch wenn kein Sinn und Verstand bei der Sache ist. So ist der Mensch. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 200 f. [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])