Es gibt … kein (geistiges) Gefängnis, aus dem ein wacher Verstand nicht ausbricht… (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 111)
Schlagwort: Freiheit
Der Rolle ledig
Er vergaß sich in der Erfüllung der einfachen und harten Forderungen des Tages… Er fühlte sich frei, so frei, wie er sich als Mitspieler nie gefühlt hatte. Oh, es war wundervoll, der Rolle ledig zu sein und völlig einzutauchen in die gestaltlose Gleichförmigkeit des Lebens, ein Staubkorn zu werden unter Millionen und dabei… ja, und…
Keine Willensfreiheit
Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt ins Leere. (Thomas Mann, Späte Erzählungen – Mario und der Zauberer, S. 186 ff. [218] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Freiheit als Gefahr und Störung?
Ist es nur einer subjektiven Sprachempfindlichkeit geschuldet, dass ich mich im Zusammenhang mit Religion und Weltanschauung, mit Freiheitsrechten insgesamt, an den Begriffen „Gefahr“ und „Störung“ störe, wenn jemand von seiner Freiheit Gebrauch macht? Der Einordnung in das Sicherheits- und Ordnungsrecht mit seinen Grundbegriffen bin ich mir bewusst. Doch beschleicht mich ein Unbehagen, wenn das, worauf…
Orgiastische Freiheit
Man ließ ihn in Ruhe – ein wenig wie einen Schüler, der des eigentümlich lustigen Vorzuges genießt, nicht mehr gefragt zu werden, nichts mehr zu tun zu brauchen, weil sein Sitzenbleiben beschlossene Sache ist und weil er nicht mehr in Betracht kommt… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 993 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Nochmals: Krankheit zur Freiheit
… die Krankheit, die ihr Freiheit gab… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 491 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Freiheit: das einzige, was zählt!
Zitat des Tages: „Freiheit, Freiheit, ist das einzige, was zählt!“
Krankheit zur Freiheit
Ein junger Mann seiner Klasse und in seinen Verhältnissen tat etwas für sich, wenn es sich als ratsam erwies… So gehörte es sich. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 317 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Die doppelte Brechung des gedeuteten Körpers
Geht es den Anderen auch so: daß … sie mit Schrecken einen Abgrund bemerken zwischen der Wahrnehmung, die die Anderen von ihnen haben, und der Art, wie sie sich selbst erleben? Daß die Vertrautheit von innen und die Vertrautheit von außen so weit auseinander liegen können, daß sie kaum mehr als Vertrautheit mit demselben gelten…
Instinktverlust
Die Instinktverluste, die einer erleidet, und das ist ein Existenzproblem ersten Ranges, richten sich danach, wieviel Freiheit er sich anmaßt und wieviel Schicksal er zu ertragen gewillt ist, er selbst, er allein. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 101)
Zweifelhafte Meisterschaft
… eines Menschen mit zwei oder drei Existenzen, der in jeder Umgebung sogleich deren Farbe annimmt, sich wie alle andern äußert und gibt und es in der Kunst der Anähnlichung bis zur Vollendung gebracht hat, ohne den Selbstwillen zu verlieren und auf Entschlußfreiheit zu verzichten. (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 289)
Freiheitsreife
Zu jeder Freiheit muß man erst reif werden… (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 111)