Wir glauben, daß die Verwirklichung des Selbst … durch die Verwirklichung der gesamten Persönlichkeit zustande kommt, wenn der Mensch nämlich alle seine emotionalen und intellektuellen Möglichkeiten tätig zum Ausdruck bringt. Diese Möglichkeiten stecken in jedem… Mit anderen Worten: Die positive Freiheit besteht im spontanen Tätigsein … der gesamten, integrierten Persönlichkeit… Voraussetzung für diese Spontaneität ist,…
Schlagwort: Freiheit
Was autoritäre Systeme nicht können
Das Streben nach Freiheit ist keine metaphysische Erscheinung und läßt sich nicht mit dem Naturgesetz erklären; es ist vielmehr das unausbleibliche Resultat des Individuationsprozesses und des Wachstums der Kultur. Die autoritären Systeme können die Grundbedingungen nicht beseitigen, die zum Streben nach Freiheit führen, und sie können auch das Freiheitsverlangen nicht ausrotten, das diesen Bedingungen entspricht….
Die Geschichte der Menschheit
Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der wachsenden Individuation, aber sie ist auch die Geschichte der wachsenden Freiheit. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 173)
Ethik über Nation
Fromm hofft, „daß sich in allen Ländern eine Grundwahrheit siegreich durchsetzt, daß nämlich die ethischen Grundsätze über die Existenz der Nation gehen und daß jemand, der sich zu ihnen bekennt, der Gemeinschaft all derer angehört, die diese Überzeugung teilen, geteilt haben und auch in Zukunft teilen werden.“ (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl….
Autorität und Gewissen
Die Analyse zeigt, daß das Gewissen ein ebenso strenger Zwingherr ist wie äußere Autoritäten. Außerdem zeigt sie, daß die Gewissensinhalte im letzten keine Forderungen des individuellen Selbst sind, sondern gesellschaftliche Forderungen, die die Würde ethischer Normen angenommen haben. Die Herrschaft des Gewissens kann sogar noch strenger sein als die der äußeren Autoritäten, weil der Betreffende…
Einsamkeit ertragen
Der Sadist braucht sein Objekt genauso notwendig, wie der Masochist seines braucht. Der Unterschied ist nur, daß der Sadist nicht dadurch Sicherheit zu gewinnen sucht, daß er sich verschlingen läßt, sondern dadurch, daß er einen anderen verschlingt… Immer ist es die Unfähigkeit, die Einsamkeit seines individuellen Selbst zu ertragen… In beiden Fällen aber gehen Individualität…
Der äußere und der innere Kampf um die Freiheit
Weil sich in der modernen Geschichte die Aufmerksamkeit im Kampf um die Freiheit immer auf die alten Formen der Autorität und des Zwanges konzentrierte, hatte man natürlich das Gefühl, um so mehr an Freiheit zu gewinnen, je mehr man diese traditionellen Zwänge beseitigte. Dadurch erkennen wir nicht genügend, daß der Mensch sich zwar die alten…
Freiheit, Gleichheit, Gegenseitigkeit
Nun aber bleiben Freiheit, Gleichheit, Gegenseitigkeit, diese drei; am wichtigsten unter ihnen aber ist die Gegenseitigkeit. (Georg Neureither)
Die Traurigkeit sinnloser Freiheit
… wie ein ausgelassener Schuljunge…, der so lange umhertollt, bis ihn die Traurigkeit seiner sinnlosen Freiheit befällt… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 332 f.)
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben
Es muß der Mensch in seinen Möglichkeiten, Plänen und Gefühlen zuerst durch Vorurteile, Überlieferungen, Schwierigkeiten und Beschränkungen jeder Art eingeengt werden wie ein Narr in seiner Zwangsjacke, und erst dann hat, was er hervorzubringen vermag, vielleicht Wert, Gewachsenheit und Bestand… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 20)
Die gnadenlose Überschätzung der Freiheit
Sicher, er war endlich frei, aber wenn das diese Freiheit war, von der alle immer sprachen, dann wurde sie gnadenlos überschätzt. (Benedict Wells, Becks letzter Sommer, 2009, S. 7)