Sitte ist nicht, was wahr ist, sondern was da ist… Moral ist im Gegensatz dazu niemals Wirklichkeit … sondern eine ewige Forderung. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 982)
Schlagwort: Der Untergang des Abendlandes
Spengler als Spötter
Es gibt in allen Fachwissenschaften, Medizin und Kathederphilosophie einbegriffen, eine ausgebildete Hierarchie mit Schulpäpsten, Graden, Würden – der Doktor als die Priesterweihe –, Sakramenten und Konzilien. Der Laienbegriff wird schroff aufrecht erhalten und das allgemeine Priestertum der Gläubigen in Gestalt der populären Wissenschaft wie der darwinistischen leidenschaftlich bekämpft. Die Gelehrtensprache war ursprünglich das Latein; heute…
Machtgefühl und Beutegefühl
Aus dem Machtgefühl stammen Eroberung, Politik und Recht, aus dem Beutegefühl stammen Handel, Wirtschaft und Geld. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 986)
Glaube und Wissen
Wissen war gerechtfertigter, nicht widerlegter Glaube. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 927)
Verstehen: in Anspielungen
…, daß die Zeichentechnik sich inzwischen in eine Denktechnik verflüchtigt hat, welche der verkürzten, aber mit Bedeutungsgehalt durchsättigten Zeichen gleichsam nur zu Anspielungen bedarf, die ausschließlich ein Eingeweihter der betreffenden Sprachgemeinschaft versteht. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 732)
Verstehen: mit Worten
Die Tätigkeit des Sprechens in Worten, …, besteht darin, daß wir durch Wortklänge Bedeutungsgefühle wecken, die durch den Klang der Wortverbindungen weitere Beziehungsgefühle wachrufen. Wir sind durch die Schule des Sprechenlernens geübt, in dieser abkürzenden und andeutenden Form sowohl die Lichtdinge und Lichtbeziehungen wie die daraus abgezogenen Denkdinge und Denkbeziehungen zu verstehen. (Oswald Spengler, Der Untergang…
Verstehen: ohne Worte
… Erlösung vom Wachsein… (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 721)
Denken: in Geld, Mathematik, Recht
Es gibt ein „Denken in Geld“, wie es ein mathematisches und juristisches Denken gibt. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 671)
Schicksal und Kausalität
Schicksal bedeutet ein Wohin, Kausalität bedeutet ein Woher. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 500)
Kultur und Zivilisation: von der Tugend zur Macht
An Stelle der sokratischen Formel: „Wissen ist Tugend“ setzte schon Bacon den Spruch: „Wissen ist Macht“. Der Stoiker nimmt die Welt, wie sie ist. Der Sozialist will sie der Form, dem Gehalt nach organisieren, umprägen, mit seinem Geist erfüllen. Der Stoiker paßt sich an. Der Sozialist befiehlt… Will man dem römischen „Panem et circenses“, …, das entsprechende Symbol ……
Kultur und Zivilisation: Religion und Irreligion
Das Wesen aller Kultur ist Religion; folglich ist das Wesen aller Zivilisation Irreligion… Dies … ist es, was im historischen Weltbild als die Wendung der Kultur zur Zivilisation erscheint, als das Klimakterium der Kultur, …, wo die … Konstruktion an Stelle der Zeugung tritt. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 458 f.)
Kultur und Zivilisation: Seele und Geist
In allen Zivilisationen wird ein durchseeltes Sein von einem durchgeistigten abgelöst… Was sie zum Ausdruck bringen, ist verschieden, daß sie es so zum Ausdruck bringen, kennzeichnet sie als „gleichzeitig“. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 457)