Schon immer gedacht

Er hatte das Gefühl, sich das, was er soeben gelesen hatte, immer schon gedacht zu haben… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 616)

Des Staatsbürgers Anmaßung

Aber … die alt-österreichische Maxime, daß der Staatsbürger nicht über alles nachdenken soll, [hat] schon recht gehabt. Es kommt selten etwas Gutes dabei heraus, und es hat leicht etwas von Anmaßung. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 415)

Erkenntnis durch Empfindung

… Ursachen erkennen, …, das eben ist Denken, und dadurch allein werden Empfindungen zu Erkenntnissen und gehen nicht verloren, sondern werden wesenhaft und beginnen auszustrahlen, was in ihnen ist. (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 34)

Gefälligkeitskette

… der Gedanke an alles, was wir lieben, geht in die Dinge ein, die wir schaffen. (J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, 5. Aufl. 2001, S. 398)

Wovon man nicht sprechen kann

Es gab Dinge, die ich nicht sagen, sondern nur schreiben konnte. Denn wenn ich redete, dann dachte ich, und wenn ich schrieb, dann fühlte ich. (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 233)

Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden

Ich schwatze da Unsinn, aber ich will lieber ein bißchen faseln und dabei etwas Schwieriges halbwegs ausdrücken, als immer nur tadellose Hergebrachtheiten von mir zu geben… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 821 f. [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Das Paradies der Schriftsteller

Zitat des Tages: „Denn ‚schreiben‘ heißt lesen, recherchieren, an die Wand starren, telefonieren, Farbfilme aus den fünfziger Jahren sehen oder noch unentdeckte italienische Neorealisten, ins Kaffeehaus gehen, Leute beobachten und auf jeden Fall ganz, ganz viel nachdenken. Ein Leben wie im Paradies!“

Kritik der eigenen Urteilskraft

Gestern hat Gerald Wagner die Soziologie des Facebook ziemlich kritisch betrachtet. Das radikale postmoderne Meta-Gegenmodell der relationalen Rationalität läuft – in Anlehnung an Karl-Heinz Ladeur (Postmoderne Rechtstheorie, 2. Aufl. [1995], S. 139) – „auf ein multiples, polykontexturales Operieren mit einer Vielfalt von Beobachtern mit den in einem System akkumulierten und über rekursive Netzwerk- und Trajektorienbildung…

In Berlin war krumm gerade

Solang schon umkreist die Ringbahn die verbotene Westhälfte der Stadt, daß man sie längst für eine direkte Verbindung des Umlandes mit der Oststadt hält. Der Halbkreis als kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten, eine nichteuklidische, eine hochmoderne Geometrie, die mehr braucht als gesunden Menschenverstand, um als höchste Form menschlicher Logik begriffen zu werden. So lernen sie‘s…

Denken: in Gütern, in Geld

[A]n Stelle des Denkens in Gütern tritt das Denken in Geld. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 1162)

Denken: in Geld, Mathematik, Recht

Es gibt ein „Denken in Geld“, wie es ein mathematisches und juristisches Denken gibt. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 671)