Kein anderer Ausweg

Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. Diese Weisheit Loriots wurde früh unsere Alltagswahrnehmung. So wuchsen wir auf in wohlhabendem Milieu, mit hohem Sozialprestige, kommunikativ hingegen anschlussfähig nur durch Clownerie und Parodie, eine Melange aus Herkunftsstolz und Herkunftsscham. Für einen Heranwachsenden gräbt sich die Konfusion des Vaters, der Eltern, die Konfusion mit den Regeln, die das soziale…

Paradoxie des Sprechens

Der Paradoxie des Sprechens konnte der Vater nicht entgehen: Die Sprache ist das Haus des Seins, für ihn war die Sprache das Versteck des Seins.

Scham

Scham ist Selbstzurechnung eines Regelbruchs, auf Dauer entsteht Schüchternheit.

Intrigant

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß verwirren mich: Selten hatte ich bei einem Buch so unangenehme Gedanken und Empfindungen wie bei diesem; vermutlich, weil ich den erwachsenen Versionen der Protagonisten schon zu oft begegnet bin – insbesondere leider in der Kirche.

Tote und lebendige Gedanken

Denn mit den Gedanken ist es eine eigene Sache. Sie sind oft nicht mehr als Zufälligkeiten, die wieder vergehen, ohne Spuren hinterlassen zu haben, und die Gedanken haben ihre Toten und ihre lebendigen Zeiten. Man kann eine geniale Erkenntnis haben, und sie verblüht dennoch, langsam, unter unseren Händen, wie eine Blume. Die Form bleibt, aber…

Alles erlaubt

[I]n der Einsamkeit ist alles erlaubt. (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, 70. Aufl. 2019, S. 153)

Nachgerechnet: Inflation

Zahl des Tages: Fast 8% Inflation sind es inzwischen geworden – beinahe ein 70 Jahre-Hoch! Tendenz: steigend! 8% Inflation heißt konkret, dass, was jetzt 100 Euro kostet, in einem Jahr 108 Euro kosten wird. Oder umgekehrt: 100 Euro jetzt werden in einem Jahr nur noch 92 Euro wert sein. Betrachtet man mehrere Jahre, muss man…

Zu hohe Erwartungen!

Das Gewöhnliche verletzte ihn… (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, 70. Aufl. 2019, S. 107)

Erleben und Erfassen

[E]s gibt auch sonst Dinge, wo zwischen Erleben und Erfassen diese Unvergleichlichkeit herrscht. Immer aber ist es so, daß das, was wir in einem Augenblick ungeteilt und ohne Fragen erleben, unverständlich und verwirrt wird, wenn wir es mit den Ketten der Gedanken zu unserem bleibenden Besitze fesseln wollen. (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß,…

Erinnerung, nicht Erlebnis

[E]s war ihm nur um den Besitz der Erinnerung zu tun. (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, 70. Aufl. 2019, S. 71)