Auch hier bestätigt sich, …, ganz gegen das ursprüngliche Temperament meines Denkens: daß der Körper weniger bestechlich ist als der Geist. Der Geist, er ist ein charmanter Schauplatz von Selbsttäuschungen, gewoben aus schönen, besänftigenden Worten, die uns eine irrtumsfreie Vertrautheit mit uns selbst vorgaukeln, eine Nähe des Erkennens, die uns davor feit, von uns selbst…
Kategorie: Was er liest
Der beste Weg, sich seiner selbst zu vergewissern
War es möglich, daß der beste Weg, sich seiner selbst zu vergewissern, darin bestand, einen anderen kennen und verstehen zu lernen? Einen, dessen Leben ganz anders verlaufen war und eine ganz andere Logik besessen hatte als das eigene? (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, 3. Aufl. 2006, S. 119)
Von der Unmöglichkeit, standzuhalten
Doch alles, was uns Beständigkeit, Vertrautheit und intimes Wissen vorgaukelt: Ist es nicht eine zur Beruhigung erfundene Täuschung, mit der wir die flackernde, verstörende Flüchtigkeit zu überdecken und zu bannen suchen, weil es uns unmöglich wäre, ihr in jedem Augenblick standzuhalten? (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, 3. Aufl. 2006, S. 116)
Die doppelte Brechung des gedeuteten Körpers
Geht es den Anderen auch so: daß … sie mit Schrecken einen Abgrund bemerken zwischen der Wahrnehmung, die die Anderen von ihnen haben, und der Art, wie sie sich selbst erleben? Daß die Vertrautheit von innen und die Vertrautheit von außen so weit auseinander liegen können, daß sie kaum mehr als Vertrautheit mit demselben gelten…
Anders geht es nicht
Der Alte bestimmte, der Junge duckte sich, und irgendwann, wenn der Junge genügend Kraft und Wut gesammelt hatte, wurde der Spieß umgedreht. So waren die Regeln. Anders ging es nicht. (Dörte Hansen, Altes Land, 15. Aufl. 2019 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 117)
Die grüne Meeresschildkröte
„Haben Sie schon einmal eine grüne Meeresschildkröte gesehen, John? … Und zwar eine große grüne Meeresschildkröte mit grünen Flecken auf den Flossen und am Kopf… So seltsam es sich auch anhören mag“, begann Casey, „eine der wichtigsten Lebenslehren in Bezug darauf, welche Dinge ich jeden Tag tue, hat mir eine große grüne Meeresschildkröte vermittelt… Während eines Urlaubs…
Was wir wissen und was wir nicht wissen
Wir wissen immer schon alles, auch als Kind, wir wissen nur nicht, dass wir es wissen. (Ijoma Mangold, Das deutsche Krokodil, 2. Aufl. 2017, S. 323).
Richtig, aber nicht wahr
Sicher, alles, was Sie sagen, entspricht den Tatsachen, nur ist nichts davon wahr. (John Williams, Stoner, 10. Aufl. 2014, S. 216)
Nicht zu fassen
[Er] … hatte die gleiche Verwandlung erlebt, …, durch Worte etwas zu erkennen, was sich in Worte nicht fassen ließ… (John Williams, Stoner, 10. Aufl. 2014, S. 126)
Über die Maßen eitel
Wie so viele Menschen, die ihren Erfolg ungenügend finden, war er über die Maßen eitel und verzehrt vom Gefühl der eigenen Bedeutsamkeit. (John Williams, Stoner, 10. Aufl. 2014, S. 77)
Die Welt verändern
[Er] bewegte … sich aus sich hinaus in die Welt, der er angehörte, weshalb er verstand, dass das von ihm gelesene Gedicht von Milton, der Essay von Bacon, das Theaterstück von Ben Jonson jene Welt veränderten, die zugleich ihr Thema war, und sie nur deshalb verändern konnten, weil sie darin fußten. (John Williams, Stoner, 10….
Wegwerfgesellschaft
Der „moderne“ Mensch … liebt die Dinge nicht mehr, nicht einmal sein Heiligstes, sein Automobil, das er baldmöglichst gegen eine bessere Marke hofft tauschen zu können. (Hermann Hesse, Der Steppenwolf, 57. Aufl. 2017, S. 205)