Fragte man ihn, was in aller Welt er zu werden gedachte, so erteilte er wechselnde Auskunft, denn er pflegte zu sagen…, daß er die Möglichkeiten zu tausend Daseinsformen in sich trage… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [291] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Kategorie: Was er liest
Der rechte Weg I
Er ging den Weg, den er gehen mußte, ein wenig nachlässig und ungleichmäßig, …, und wenn er irreging, so geschah es, weil es für etliche einen richtigen Weg überhaupt nicht gibt. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [290 f.] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Annäherung
Denn das Glück, sagte er sich, ist nicht, geliebt zu werden… Das Glück ist, zu lieben und vielleicht kleine, trügerische Annäherungen an den geliebten Gegenstand zu erhaschen. Und er schrieb diesen Gedanken innerlich auf, dachte ihn völlig aus und empfand ihn bis auf den Grund. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [290]…
Demütigender Widersinn
Der demütigende Widersinn quälte ihn, der darin lag, tanzen zu müssen, während man liebte… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [287] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Verrat
Er ist immer so ganz allein und ohne Liebe, und nun glaubt er einen Menschen gefunden zu haben, und der verrät ihn… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [279] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Anähnlichung
Denn es war das Merkwürdige, daß Tonio, der Hans … doch um seine Daseinsart beneidete, beständig trachtete, ihn zu seiner eigenen herüberzuziehen, was höchstens auf Augenblicke und auch dann nur scheinbar gelingen konnte… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [279] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Diese schlichte und harte Lehre
Wer am meisten liebt, ist der Unterlegene und muß leiden, – diese schlichte und harte Lehre hatte seine … Seele bereits vom Leben entgegengenommen; und er war so geartet, daß er solche Erfahrungen wohl vermerkte, sie gleichsam innerlich aufschrieb… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [275] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
Ein Mensch erwacht zu sich selbst, wir aber –
Wir machen uns ein Bildnis von einem Menschen und lassen ihn nicht aus diesem Bildnis heraus. Wir wissen, so und so ist er gewesen, und es mag in diesem Menschen geschehen, was will, wir dulden es nicht, daß er sich verwandle. Sie sehen es ja, nicht einmal seine Gattin duldet es; sie will ihn so,…
Geschöpf und Schöpfer
Wie gesagt: … plaudern Sie irgend etwas, als wäre man ganz zufällig hier, unterdessen wird er diese Skulpturen schon bemerken. – Und wenn er sie alle zusammenschlägt? – Damit gäbe er zu, daß er ihr Schöpfer ist. (Max Frisch, Rip van Winkle, in: Herr Biedermann und die Brandstifter, Rip van Winkle – Zwei Hörspiele, 1980, S….
Die Rolle des Lebens
… ein Mensch wie so viele, ein Mensch, der sich selbst überforderte. Mit dem Ergebnis: er lebte nicht, er spielte eine Rolle, die er sich selbst glaubte, schuldig zu sein. Daher das schlechte Gewissen, das lebenslängliche Gefühl, etwas schuldig zu bleiben, das haben ja alle Leute, die sich selbst nicht annehmen… Wir alle wissen ja…
Einfach man selbst sein
Ihr aber, ihr alle, das ist es, ihr wollt ja nur, daß ich nicht wage, ich selbst zu sein… (Max Frisch, Rip van Winkle, in: Herr Biedermann und die Brandstifter, Rip van Winkle – Zwei Hörspiele, 1980, S. 57 ff. [100])
Fremd
So stand er da, ein Fremder in fremder Stadt. (Max Frisch, Rip van Winkle, in: Herr Biedermann und die Brandstifter, Rip van Winkle – Zwei Hörspiele, 1980, S. 57 ff. [97])