Ein Mensch, der irgend etwas in der Welt wahrhaftig und selbstlos um seiner selbst willen genießt, ohne sich einen Deut darum zu scheren, was andere darüber sagen, ist allein durch diese Tatsache … gewappnet… Ich habe einen Menschen gekannt, der gegen starke Versuchungen zum gesellschaftlichen Ehrgeiz gewappnet war durch eine noch stärkere Vorliebe für Kaldaunen…
Kategorie: Was er liest
Treibhaus der gegenseitigen Bewunderung
Jedes kleine Grüppchen, das sich durch ein Interesse zusammenfindet, das anderen Menschen zuwider oder gleichgültig ist, neigt dazu, um sich herum ein Treibhaus der gegenseitigen Bewunderung aufzubauen und der Außenwelt mit Stolz und Haß zu begegnen, ohne sich dessen zu schämen, denn dahinter steht ja die „Sache“, die man für unpersönlich hält. (C. S. Lewis, Dienstanweisung…
Des Menschen Wille
Denn des Menschen Wille ist sein Himmelreich… (Gottfried Keller, Kleider machen Leute, 2023 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 52)
Die aufheiternde Gesellschaft der Betrogenen
Wenn … ein Priester die Lehre seiner Kirche ohne Überzeugung verkündet, aber die Güter seiner Pfründe mit Würde verzehrt; wenn ein dünkelvoller Lehrer die Ehren und Vorteile eines hohen Lehramtes innehat und genießt, ohne von der Höhe seiner Wissenschaft den mindesten Begriff zu haben und derselben auch nur den kleinsten Vorschub zu leisten; wenn ein…
Mein liebes Fräulein!
[E]ine neue Wendung war eingetreten, ein Fräulein beschritt den Schauplatz der Ereignisse. (Gottfried Keller, Kleider machen Leute, 2023 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 18)
Wort und Sinn
Die Worte tun dem … Sinn nicht gut, es wird immer alles gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht, ein wenig verfälscht… (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 116)
Der beste Gedanke
Ich habe einen Gedanken gefunden, …, den du wieder für Scherz oder für Narrheit halten wirst, der aber mein bester Gedanke ist. Er heißt: von jeder Wahrheit ist das Gegenteil ebenso wahr! Nämlich so: eine Wahrheit läßt sich immer nur aussprechen und in Worte hüllen, wenn sie einseitig ist. Einseitig ist alles, was mit Gedanken…
Wissen ja, Weisheit nein
Sieh, …, dies ist einer meiner Gedanken, die ich gefunden habe: Weisheit ist nicht mitteilbar. Weisheit, welche ein Weiser mitzuteilen versucht, klingt immer wie Narrheit… Ich scherze nicht. Ich sage, was ich gefunden habe. Wissen kann man mitteilen, Weisheit aber nicht. Man kann sie finden, man kann sie leben, man kann von ihr getragen werden,…
Allerlei Gewand
Manche, …, müssen sich viel verändern, müssen allerlei Gewand tragen… (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 112)
Vom Suchen und vom Finden
Sprach Siddhartha: „Was sollte ich dir … wohl zu sagen haben? Vielleicht das, daß du allzuviel suchst? Daß du vor Suchen nicht zum Finden kommst? … Wenn jemand sucht, …, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, daß er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag,…
Mitlust und -leid
In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluß des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig….
Einheit in Vielfalt
… alles war eins, alles war ineinander verwoben und verknüpft, tausendfach verschlungen. Und alles zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluß des Geschehens, war die Musik des Lebens. (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 109)