Die Last des eigenen Namens

„Du bist Josef K.“, sagte der Geistliche… „Ja“, sagte K., er dachte daran wie offen er früher immer seinen Namen genannt hatte, seit einiger Zeit war er ihm eine Last. Auch kannten jetzt seinen Namen Leute, mit denen er zum ersten Mal zusammenkam, wie schön war es, sich zuerst vorzustellen und dann erst gekannt zu…

Geständnis

„Josef K.!“ K. stockte, und sah vor sich auf den Boden. Vorläufig war er noch frei, er konnte noch weitergehn und … sich davon machen. Es würde eben bedeuten, daß er nicht verstanden hatte oder daß er zwar verstanden hatte, sich aber darum nicht kümmern wollte. Falls er sich aber umdrehte, war er festgehalten, denn…

Die gerade noch erträgliche Größe des Doms

K. fühlte sich ein wenig verlassen, als er dort … zwischen den leeren Bänken allein hindurchgieng, auch schien ihm die Größe des Doms gerade an der Grenze des für Menschen noch Erträglichen zu liegen. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 192)

Vermehrung der Finsternis

Als sich K. … umdrehte, sah er nicht weit hinter sich eine hohe starke an einer Säule befestigte Kerze … brennen. So schön das war, zur Beleuchtung … war das gänzlich unzureichend, es vermehrte vielmehr die Finsternis. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 188 f.)

Das verträgt er nicht!

Bedauern, das er nicht herausgefordert und nicht erwartet hatte, vertrug K. nicht… (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 187)

Mittelpunkt von allem

[D]as alles bewegte sich um K. als um seinen Mittelpunkt, während er selbst die Wörter die er brauchte, zusammenstellte, dann im Wörterbuch suchte, dann herausschrieb, dann sich in ihrer Aussprache übte und schließlich auswendig zu lernen versuchte. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 187)

Die Methode des Advokaten

So wirkte also die Methode des Advokaten,…, daß der Klient schließlich an die ganze Welt vergaß und nur auf diesem Irrweg zum Ende des Processes sich fortzuschleppen hoffte. Das war kein Klient mehr, das war der Hund des Advokaten. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 178)

Entwürdigung?

Ein alter Kaufmann, ein Mann mit langem Bart, flehte ein junges Mädchen um ein günstiges Zeugnis an… [N]ichts konnte ihn in den Augen eines Mitmenschen rechtfertigen. Er entwürdigte fast den Zuseher. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 178)

Der alte Rechtsspruch

[D]ann erinnere ich Sie an den alten Rechtsspruch: Für den Verdächtigen ist Bewegung besser als Ruhe, denn der welche ruht kann immer, ohne es zu wissen auf einer Wagschale sein und mit seinen Sünden gewogen werden. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 176)

Gerufen und doch ungelegen

Du wurdest gerufen…, trotzdem kommst Du ungelegen… Du kommst immer ungelegen. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 175)