Ganz einfach!

Und in diesem Augenblick überkam es ihn plötzlich – ganz einfach ging das alles! –, daß niemand zu sein, oder jemand oder jedermann zu sein, ihn keineswegs daran hinderte, er selbst zu sein… (Henry Miller, Das Lächeln am Fuße der Leiter, 2000, S. 67)

Der schwerste Trick von allen

[W]ie wenig man doch braucht, um nichts aus sich zu machen. Das sind wir alle einmal gewesen – nichts. Und jedermann zur gleichen Zeit. Sie applaudieren nicht uns, sie applaudieren sich selbst… Du selbst zu sein, nur du selbst, ist eine große Sache. Aber wie macht man das, wie bringt man das fertig? Das ist…

Besser nie lieben!

Wenn einem Menschen doch weggenommen werden, wäre es besser, man hätte sie nie liebgewonnen. (Peter Høeg, Der Plan von der Abschaffung des Dunkels, 1998, S. 276)

Nie mehr völlig allein

„Eins sollst du wissen“, sagte ich. „Nachdem wir uns begegnet sind, nachdem wir zum ersten Mal jeder auf seiner Toilette an der Heizung saßen, seitdem war ich nie mehr völlig allein, auch nicht, nachdem du mich verlassen hattest. Davor hat es in meinem Leben nicht wirklich etwas gegeben. Aber wenn es einmal jemanden gibt, der…

Furcht und Gedanken

Je mehr Furcht, desto mehr Gedanken. (Peter Høeg, Der Plan von der Abschaffung des Dunkels, 1998, S. 106)

Jenseits der Verzweiflung

Verzweiflung ist das Ergebnis jedes ernstlichen Versuches, das Menschenleben zu begreifen und zu rechtfertigen. Verzweiflung ist das Ergebnis eines jeden ernstlichen Versuches, das Leben mit der Tugend, mit der Gerechtigkeit, mit der Vernunft zu bestehen und seine Forderungen zu erfüllen. Diesseits dieser Verzweiflung leben die Kinder, jenseits die Erwachten. (Hermann Hesse, Die Morgenlandfahrt, 11. Aufl….

Gnade nicht durch Reue

Die Reue allein hilft nichts, man kann die Gnade nicht durch Reue erkaufen, man kann sie überhaupt nicht erkaufen. (Hermann Hesse, Die Morgenlandfahrt, 11. Aufl. 1998, S. 23)

Das Exemplarische

Man muß alle in einem Rahmen im Gleichgewicht halten und das darstellen, was darstellbar ist! Das weiß ich auch, daß ein jeder sein besonderes Leben in sich trägt und es nach außen kehren möchte. Aber das Schwierige ist doch dies: gerade so viel herauszulassen, wie in Verbindung mit den anderen nötig ist; und doch in…

Wir sind viele!

Sehen Sie, meiner Überzeugung nach hält sich jeder von uns für „einen“. Aber das ist nicht richtig: er ist „viele“, Herr Direktor, „viele“, all den Seinsmöglichkeiten entsprechend, die in uns sind: „einer“ für diesen und „einer“ für jenen – immer anders! Und wir geben uns dabei der Täuschung hin, für alle stets „eine“ zu sein,…

Das Übel der Worte

Aber hierin liegt doch das Übel! In den Worten! Wir tragen alle eine Welt von Dingen in uns; jeder seine eigene Welt! Doch wie sollen wir einander verstehen, Herr Direktor, wenn ich in die Worte, die ich spreche, den Sinn und die Bedeutung der Dinge lege, die in mir sind, während jener, der sie hört,…

Form haben und Form sein

Alles, was lebt, hat Form dadurch, daß es lebt, und muß darum auch sterben: mit Ausnahme des Kunstwerks, das, eben weil es Form ist, für immer lebt. (Luigi Pirandello, Sechs Personen suchen einen Autor, 1995, S. 16)

Der einzige Grund unseres Lebens

[E]s ist nicht möglich zu glauben, daß der einzige Grund unseres Lebens in einer Qual besteht, die uns ungerecht und unerklärlich erscheint. (Luigi Pirandello, Sechs Personen suchen einen Autor, 1995, S. 11)