Altentisch

Es ist eine wundervolle Sprache, aber man braucht sehr viel Zeit, um etwas in ihr zu sagen; denn wenn etwas nicht wert ist, dass man sich viel Zeit lässt, es zu sagen und anzuhören, sagen wir lieber nichts. (J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, 5. Aufl. 2001, S. 494)

Unverdienter Tod

Ich hatte den Tod ohnehin nicht verdient, ich konnte ihn doch gar nicht bezahlen, denn er kostete das Leben, und davon hatte ich noch viel zu wenig. (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 127 f.)

Wenn wahres Wissen schwindet

… Märchen…, wie die Menschen sie sich ausdenken, wenn das wahre Wissen schwindet. (J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, 5. Aufl. 2001, S. 470)

Scientes bonum et malum

„Wie soll ein Mensch urteilen, was in solchen Zeiten zu tun ist?“ „Wie er immer geurteilt hat… Gut und Böse ändern sich nicht von Tag zu Tag… Man muss sie nur unterscheiden können…“. (J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, 5. Aufl. 2001, S. 466)

So viel Wille

Auf einmal hielt er es nicht mehr aus. Er stand ruckartig auf, wollte irgendwas tun, irgendwas verändern. Seine Fäuste waren geballt. Da war so viel Wille. Eine Weile stand er einfach nur so da und wollte. Dann setzte er sich wieder hin und sah fern. (Benedict Wells, Becks letzter Sommer, 2009, S. 228)

Die gnadenlose Überschätzung der Freiheit

Sicher, er war endlich frei, aber wenn das diese Freiheit war, von der alle immer sprachen, dann wurde sie gnadenlos überschätzt. (Benedict Wells, Becks letzter Sommer, 2009, S. 7)

Gefälligkeitskette

… der Gedanke an alles, was wir lieben, geht in die Dinge ein, die wir schaffen. (J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, 5. Aufl. 2001, S. 398)

Rolle und Privatheit

„Wer sich entlang von Sachbezügen und Funktionen im Sozialen als Rollenträger versteht und deshalb nicht alles persönlich nimmt, dessen Außengeleitetheit widerspricht nicht etwa einem reichen inneren Antriebsleben. Rollenverständnis ist im Gegenteil die Bedingung der Möglichkeit von Privatheit und Intimsphäre, eines inneren, durch alle Bedingtheiten hindurch doch unverfügbaren Bezirks… Das muss nicht in stoische Indifferenz führen……

Der Architekt

[Ich] habe … mich gefragt, wie sehr mich Ereignisse aus meiner Kindheit und Jugend bestimmt haben, und erst spät habe ich verstanden, dass in Wahrheit nur ich selbst der Architekt meiner Existenz bin. Ich bin es, wenn ich zulasse, dass meine Vergangenheit mich beeinflusst, und ich bin es umgekehrt genauso, wenn ich mich ihr widersetze….

Väter und Söhne

Wenn mein Vater mich ins Bett schickte, zuckte ich … mit den Schultern, und wenn er Autorität vortäuschte und mich ermahnte, lachte ich nur. Denn er zeigte mir seine Angst und Unsicherheit, und das hielt ich nicht aus. (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 259)

Geliehenes Selbstbewusstsein

Vermutlich hatte er damals das geliehene Selbstbewusstsein, das beinahe alle Menschen mit Anfang zwanzig erfasst. Oder es war das Gegenteil: die einzig authentische Phase in seinem Leben… (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 256)

Wovon man nicht sprechen kann

Es gab Dinge, die ich nicht sagen, sondern nur schreiben konnte. Denn wenn ich redete, dann dachte ich, und wenn ich schrieb, dann fühlte ich. (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 233)