Nur geträumt

… wie oft fallen uns im Traum köstliche Dinge zu, und wenn wir erwachen, so sind unsere Hände leer. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 52 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])

Wenn schon täuschen, dann aber richtig!

Nach meiner Theorie wird jede Täuschung, der keinerlei höhere Wahrheit zugrunde liegt und die nichts ist als bare Lüge, plump, unvollkommen und für den erstbesten durchschaubar sein. Nur der Betrug hat Aussicht auf Erfolg und lebensvolle Wirkung unter den Menschen, der den Namen des Betrugs nicht durchaus verdient, sondern nichts ist als die Ausstattung einer…

Dieser Weg wird kein leichter sein

Die Dinge, die wir sehen, …, sind dieselben Dinge, die in uns sind. Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben. Darum leben die meisten Menschen so unwirklich, weil sie die Bilder außerhalb für das Wirkliche halten und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Wort kommen lassen. Man kann glücklich…

Sein und Sollen

Es ist nur manchmal so, wie es sein soll, aber stets nur so, wie es ist. (Alessandro Bellardita, Der Zeugenmacher, 2021, S. 51)

Dieses lausige Gefühl tierischer Arbeitsamkeit

Man hat Wirklichkeit gewonnen und Traum verloren. Man liegt nicht mehr unter einem Baum und guckt zwischen der großen und der zweiten Zehe hindurch in den Himmel, sondern man schafft… Genauso ist es, wie wenn die alte untüchtige Menschheit auf einem Ameisenhaufen eingeschlafen wäre, und als die neue erwachte, waren ihr die Ameisen ins Blut…

Unglaublich!

Das Unglaublichste an Wundern ist, dass sie geschehen. (Gilbert Keith Chesterton, Das blaue Kreuz, in: Die besten Pater-Brown-Geschichten, 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 5 ff. [9])

Eine Nummer zu groß

Das Schreiben war mein Joker gewesen, nun würde ich mich dem wirklichen Leben stellen müssen, und das wirkliche Leben schien eine Nummer zu groß für mich. (Benedict Wells, Spinner, 2016, S. 223)

Vom Mantel der Konvention erstickt

Das, was ich gestern schrieb, trifft nicht zu. Gültig bleibt, daß die Realität mich als ein formbarer Stoff fasziniert; mich interessiert unendlich viel mehr das, was sein könnte, als das, was gewesen ist. Mir schwindelt, wenn ich mir die Möglichkeiten, die in jedem Menschen schlummern, vorstelle, und ich beklage all das, was vom Mantel der…

Im Reich der Empfindungen

Im Reich der Empfindungen ist das Wirkliche vom Eingebildeten nicht zu trennen. Und wenn es genügt, sich einzubilden, daß man liebt, um zu lieben, so genügt es auch, sich zu sagen, man bilde sich nur ein zu lieben, wenn man liebt, um sogleich etwas weniger zu lieben, ja, sich etwas von dem Geliebten zu lösen…

Leben oder Tod?

Der Mensch, der glaubt, sein (oder sein eigenes?) Leben zu kennen, kennt in Wirklichkeit nur seinen (oder seinen eigenen?) Tod. (Antonio Tabucchi, Indisches Nachtstück, 5. Aufl. 1998, S. 106)

Was hinter den Worten und Taten ist

… das Innere der Welt und alles Letzte, was hinter den Worten und Taten ist …, war dies: Komik und Elend – Komik und Elend. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [292] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Die Rolle des Lebens

… ein Mensch wie so viele, ein Mensch, der sich selbst überforderte. Mit dem Ergebnis: er lebte nicht, er spielte eine Rolle, die er sich selbst glaubte, schuldig zu sein. Daher das schlechte Gewissen, das lebenslängliche Gefühl, etwas schuldig zu bleiben, das haben ja alle Leute, die sich selbst nicht annehmen… Wir alle wissen ja…