Im Konflikt mit Pietät und Dankbarkeit

Auch den harmlosen Menschen bleibt es kaum erspart, einmal oder einigemal im Leben in Konflikt mit den schönen Tugenden der Pietät und der Dankbarkeit zu geraten. Jeder muß einmal den Schritt tun, der ihn von seinem Vater, von seinen Lehrern trennt, jeder muß etwas von der Härte der Einsamkeit spüren, wenn auch die meisten Menschen…

Entzauberung des Vaters

Es war ein erster Riß in die Heiligkeit des Vaters, es war ein erster Schnitt in die Pfeiler, auf denen mein Kinderleben geruht hatte, und die jeder Mensch, ehe er er selbst werden kann, zerstört haben muß. Aus diesen Erlebnissen, die niemand sieht, besteht die innere, wesentliche Linie unsres Schicksals. Solch ein Schnitt und Riß…

Wann der Selbstbetrug des Mannes endet

Ein Mann… kann sich noch für jung halten bis zu dem Augenblick, da er gewahr wird, daß er Kinder hat, die in dem Alter sind, selbst zu lieben. (Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Der Leopard, 32. Aufl. 2019, S. 80)

Väter und Söhne

Wenn mein Vater mich ins Bett schickte, zuckte ich … mit den Schultern, und wenn er Autorität vortäuschte und mich ermahnte, lachte ich nur. Denn er zeigte mir seine Angst und Unsicherheit, und das hielt ich nicht aus. (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 259)

Amor parentis

Die Gefühle für unsere Erzeuger gehören zu den Dingen, über die man sich besser nicht allzusehr den Kopf zerbricht. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 57)

Imago patris

Nicht zu wissen, wer der Vater ist, erlöst von der Angst, dem Vater zu gleichen. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 7)

Der Vater als Hacker

Kindermund (als der Quintaner beim Blick auf meinen Bildschirm [wohl] zum ersten Mal eines XML-Codes ansichtig wird): „Papa, hackst du was?“ – Erstaunlich, was er mir zutraut!

Fehler in Familien

Es gibt wenig Menschen, die sich mit dem Nächstvergangenen zu beschäftigen wissen. Entweder das Gegenwärtige hält uns mit Gewalt an sich, oder wir verlieren uns in die Vergangenheit und suchen das völlig Verlorene, wie es nur möglich sein will, wieder hervorzurufen und herzustellen. Selbst in großen und reichen Familien, die ihren Vorfahren vieles schuldig sind,…

In Eins

Glaubt mir, daß ich in Eins mit dem Vater, und der Vater in Eins ist mit mir. Wenn nicht, so glaubt um eben der Werke willen. (Joh 14, 11, in: Fridolin Stier [Übers.], Das Neue Testament, 1989, S. 237)