… was man Schicksal nennt und was im Grunde wir selber sind… (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 129 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Schlagwort: Schicksal
Der kalte Weltenraum um sich
Wer wirklich gar nichts will als sein Schicksal, der hat nicht seinesgleichen mehr, der steht ganz allein und hat nur den kalten Weltenraum um sich. Wissen Sie, das ist Jesus im Garten Gethsemane. (Hermann Hesse, Demian, 54. Aufl. 2024, S. 151)
Entgleisung? Schicksal!
Ich wußte, …, das Ganze würde als eine Art Entgleisung angesehen werden, während es doch Schicksal war. (Hermann Hesse, Demian, 54. Aufl. 2024, S. 42)
Entzauberung des Vaters
Es war ein erster Riß in die Heiligkeit des Vaters, es war ein erster Schnitt in die Pfeiler, auf denen mein Kinderleben geruht hatte, und die jeder Mensch, ehe er er selbst werden kann, zerstört haben muß. Aus diesen Erlebnissen, die niemand sieht, besteht die innere, wesentliche Linie unsres Schicksals. Solch ein Schnitt und Riß…
Bewusstsein und Schicksal
Denn alles, was nicht ins Bewußtsein steigt, kommt als Schicksal zurück. (Christian Kracht, Eurotrash, 3. Aufl. 2021, S. 36)
Menschenleben, Menschenschicksal
Ein Menschenleben, ach, es ist so wenig, Ein Menschenschicksal aber ist so viel. (Franz Grillparzer, Weh dem, der lügt!, 2001, V. 1665 f.)
Mitlust und -leid
In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluß des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig….
Heute ein König!
Herausforderung des Schicksals? Egal. Jetzt fühlt er sich wie ein König. Was kostet die Welt? (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 57)
Anders zu sein, als man ist
Das ist der größte Schicksalsschlag, der einen Menschen treffen kann. Die Sehnsucht, anders zu sein, als man ist: eine schmerzlichere Sehnsucht könnte im Herzen nicht brennen. Denn das Leben läßt sich nur ertragen, wenn man sich mit dem abfindet, was man für sich selbst und für die Welt bedeutet. Man muß sich damit abfinden, daß…
Das Leben als Detektivroman
Das Schicksal verfährt oft mit uns wie der Verfasser eines Detektivromans. Stück für Stück und Schritt für Schritt enthüllt es uns einen Sachverhalt, der uns bis zur endgültigen Aufhellung verborgen war, und die Überraschung, die wir dann erleben, rührt nur davon her, daß mit unserm Scharfsinn und unserer Urteilskraft ein geschicktes Spiel getrieben wurde. (Jakob…
Was uns vor uns selbst bestätigt
… die unserm Schicksal innewohnende spürbare Folgerichtigkeit ist es, die unser Herz stählt und uns vor uns selbst bestätigt. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 110)
Instinktverlust
Die Instinktverluste, die einer erleidet, und das ist ein Existenzproblem ersten Ranges, richten sich danach, wieviel Freiheit er sich anmaßt und wieviel Schicksal er zu ertragen gewillt ist, er selbst, er allein. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 101)