Zart und schwebend reden

Von zarten und schwebenden Dingen heißt es zart und schwebend reden… Nur an den beiden Polen menschlicher Verbindung, dort, wo es noch keine oder keine Worte mehr gibt, im Blick und in der Umarmung, ist eigentlich das Glück zu finden, denn nur dort ist Unbedingtheit, Freiheit, Geheimnis und tiefe Rücksichtslosigkeit. Alles, was an Verkehr und…

Die große Illusion Familie

… gerade in italienischen Familien gibt es strenge Gebote des Redens und Schweigens, die für jedes Familienmitglied nur ganz bestimmte Erzählformen vorsehen und ihm dadurch jede Erzählfreiheit rauben. (Hanns-Josef Ortheil, Das Kind, das nicht fragte, 6. Aufl. 2014, S. 217)

Intuition

… geleitet von dem glücklichen Geheimnis der „Intuition“, daß man ins Schwarze trifft, wenn man ins Blaue redet… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 883)

Vernunft wird Unsinn

Sie reden wenigstens vernünftig, wenn es auch Unsinn ist… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 806)

Hilflosigkeit

Sie habe immer das Gefühl, dass sich, was noch echte Überzeugung sei, vor anderen geradezu bestürzend naiv anhöre. (Emanuel Maeß, Gelenke des Lichts, 2019, S. 242)

Wovon man nicht sprechen kann

Es gab Dinge, die ich nicht sagen, sondern nur schreiben konnte. Denn wenn ich redete, dann dachte ich, und wenn ich schrieb, dann fühlte ich. (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 233)

Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden

Ich schwatze da Unsinn, aber ich will lieber ein bißchen faseln und dabei etwas Schwieriges halbwegs ausdrücken, als immer nur tadellose Hergebrachtheiten von mir zu geben… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 821 f. [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Die Angst vor dem Schweigen

Nach seinen Beobachtungen beruhte die Angst der meisten Menschen vor dem Schweigen darauf, daß jeder die Gedanken des andern fürchtet wie eine Beleidigung, vor der man sich nur durch pausenloses Reden und Fragen schützen kann. (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 275 f.)

Wenn der Kommunist redet

Dann fand ein Jubiläum zur Oktober-Revolution statt, und ich mußte vor den mürrischen Werktätigen die Rede halten. Ich habe es sehr deutlich empfunden, daß sie überhaupt nicht interessiert waren. Die standen da herum, haben mich angeglotzt und sich das angehört. Solange ich redete, mußten sie nicht arbeiten. Die Situation war klassisch. Da steht man als…