Es ist ein Fehler, ein unsinniger Gewaltakt, wenn wir uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren in der Überzeugung, damit das Wesentliche zu erfassen. Worauf es ankäme, wäre, sich sicher und gelassen, mit dem angemessenen Humor und der angemessenen Melancholie, in der zeitlich und räumlich ausgebreiteten inneren Landschaft zu bewegen, die wir sind. Warum bedauern…
Schlagwort: Mercier
Keine Angst vor dem Tod!
Und so könnte man die Angst vor dem Tod beschreiben als die Angst, nicht der werden zu können, auf den hin man sich angelegt hat. (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, 3. Aufl. 2006, S. 243)
Wann man seine Liebe nicht ganz für sich allein haben kann
Sie hatte den Bruder ganz für sich haben wollen und hatte gespürt, daß man niemanden für sich haben kann, der mit sich nicht im reinen ist. (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, 3. Aufl. 2006, S. 231)
Die unterschiedlichen Bestechlichkeiten des Körpers und des Geistes
Auch hier bestätigt sich, …, ganz gegen das ursprüngliche Temperament meines Denkens: daß der Körper weniger bestechlich ist als der Geist. Der Geist, er ist ein charmanter Schauplatz von Selbsttäuschungen, gewoben aus schönen, besänftigenden Worten, die uns eine irrtumsfreie Vertrautheit mit uns selbst vorgaukeln, eine Nähe des Erkennens, die uns davor feit, von uns selbst…
Der beste Weg, sich seiner selbst zu vergewissern
War es möglich, daß der beste Weg, sich seiner selbst zu vergewissern, darin bestand, einen anderen kennen und verstehen zu lernen? Einen, dessen Leben ganz anders verlaufen war und eine ganz andere Logik besessen hatte als das eigene? (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, 3. Aufl. 2006, S. 119)
Von der Unmöglichkeit, standzuhalten
Doch alles, was uns Beständigkeit, Vertrautheit und intimes Wissen vorgaukelt: Ist es nicht eine zur Beruhigung erfundene Täuschung, mit der wir die flackernde, verstörende Flüchtigkeit zu überdecken und zu bannen suchen, weil es uns unmöglich wäre, ihr in jedem Augenblick standzuhalten? (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, 3. Aufl. 2006, S. 116)
Die doppelte Brechung des gedeuteten Körpers
Geht es den Anderen auch so: daß … sie mit Schrecken einen Abgrund bemerken zwischen der Wahrnehmung, die die Anderen von ihnen haben, und der Art, wie sie sich selbst erleben? Daß die Vertrautheit von innen und die Vertrautheit von außen so weit auseinander liegen können, daß sie kaum mehr als Vertrautheit mit demselben gelten…