Unsere Einbildungen und unsere Selbstgewißheiten verhalten sich zur Wirklichkeit wie Legenden zu den historischen Tatsachen. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 131)
Schlagwort: Mensch
Der gestaltete Mensch
… Bangigkeit…, die der gestaltete Mensch vor der amorphen Masse empfindet… (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 61)
Die Gegenwart der Mietwohnung
Er stand seiner eigenen Vergangenheit mit dem Gefühl gegenüber, das man für eine Mietwohnung hat, aus der man längst ausgezogen ist. (Jakob Wassermann, Joseph Kerkhovens dritte Existenz, 1989, S. 49)
Schuld gegen sich selbst
…daß es nur eine einzige wirkliche Verschuldung gibt, nämlich die des Menschen gegen sich selbst. (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 576)
Menschenhunger
… man ahnt nicht, wie hungrig im allgemeinen die Menschen aufeinander sind, gleichviel wes Alters, Standes und Geschlechts; der Zustand, der dem Nichtkennen ein Ende macht, wird als eine Erlösung empfunden… (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 337)
Zweifelhafte Meisterschaft
… eines Menschen mit zwei oder drei Existenzen, der in jeder Umgebung sogleich deren Farbe annimmt, sich wie alle andern äußert und gibt und es in der Kunst der Anähnlichung bis zur Vollendung gebracht hat, ohne den Selbstwillen zu verlieren und auf Entschlußfreiheit zu verzichten. (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 289)
Verstehen durch Leiden
… so mußte er die Menschen gleichsam erst erleiden, um sie verstehen zu können. (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 281)
Die Angst vor dem Schweigen
Nach seinen Beobachtungen beruhte die Angst der meisten Menschen vor dem Schweigen darauf, daß jeder die Gedanken des andern fürchtet wie eine Beleidigung, vor der man sich nur durch pausenloses Reden und Fragen schützen kann. (Jakob Wassermann, Etzel Andergast, 1988, S. 275 f.)
Gut und Böse
Gut und Böse entscheiden sich nicht im Verkehr der Menschen untereinander, sondern ausschließlich im Umgang des Menschen mit sich selbst. (Jakob Wassermann, Der Fall Maurizius, 2. Aufl. [1988], S. 366)
Freiheit und Würde des Menschen
Freiheit: der Anspruch auf Unterschiedlichkeit. Menschenwürde: der Anspruch auf Unterscheidbarkeit. (Georg Neureither)
Freiheit und Würde des Menschen
Freiheit: der Anspruch auf Anderssein. Menschenwürde: der Anspruch auf Eigensein. (Georg Neureither)
Was ist das für ein Gott?
Wem eignet Gott? was ist das für ein Gott, Der einem Menschen eignet? der für sich Muß kämpfen lassen? (Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise, 1990, V. 1556 ff.)