Anähnlichung

Denn es war das Merkwürdige, daß Tonio, der Hans … doch um seine Daseinsart beneidete, beständig trachtete, ihn zu seiner eigenen herüberzuziehen, was höchstens auf Augenblicke und auch dann nur scheinbar gelingen konnte… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [279] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Diese schlichte und harte Lehre

Wer am meisten liebt, ist der Unterlegene und muß leiden, – diese schlichte und harte Lehre hatte seine … Seele bereits vom Leben entgegengenommen; und er war so geartet, daß er solche Erfahrungen wohl vermerkte, sie gleichsam innerlich aufschrieb… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [275] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Ein Mensch erwacht zu sich selbst, wir aber –

Wir machen uns ein Bildnis von einem Menschen und lassen ihn nicht aus diesem Bildnis heraus. Wir wissen, so und so ist er gewesen, und es mag in diesem Menschen geschehen, was will, wir dulden es nicht, daß er sich verwandle. Sie sehen es ja, nicht einmal seine Gattin duldet es; sie will ihn so,…

Vor Liebe außer sich

… aber wer außer sich ist, verabscheut nichts mehr, als wieder in sich zu gehen. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Der Tod in Venedig, S. 559 ff. [631] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Tollheiten der Liebe

… denn die Leidenschaft lähmt den wählerischen Sinn und läßt sich allen Ernstes mit Reizen ein, welche die Nüchternheit … unwillig ablehnen würde. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Der Tod in Venedig, S. 559 ff. [622] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Sehnsucht: Resultat mangelhafter Erkenntnis

Denn der Mensch liebt und ehrt den Menschen, solange er ihn nicht zu beurteilen vermag, und die Sehnsucht ist ein Erzeugnis mangelhafter Erkenntnis. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Der Tod in Venedig, S. 559 ff. [612] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Leidenschaft: Liebe, die zweifelt

… so daß man schlechthin die Leidenschaft als zweifelnde Liebe bestimmen könnte. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 916 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Liebesleid

… denn Liebe muß leiden. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 904 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Der schwankende Sinn der Liebe

Schwankender Sinn? Aber man lasse in Gottes Namen den Sinn der Liebe doch schwanken! Daß er schwankt, ist Leben und Menschlichkeit… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 841 f. [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Ästhetik, Vernunft und Moral in der Liebe

… es war, wie es war, und bei der Verliebtheit kommt das ästhetische Vernunfturteil sowenig zu seinem Recht wie das moralische… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 339 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Beschwipst und hochilluminiert

… ein kolossal Beschwipster und Hochilluminierter… (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 337 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Nochmals: Der verliebte Mensch

Wir erinnern und wiederholen, daß dem Zustande, in dem er sich befand, in der Regel ein Drang und Zwang, sich zu offenbaren, eingeboren ist, ein Trieb zum Bekenntnis und Geständnis, eine blinde Eingenommenheit von sich selbst und eine Sucht, die Welt mit sich zu erfüllen, – desto befremdlicher für uns Nüchterne, je weniger Sinn, Vernunft…