Starke Kinder, schwache Eltern

Und das ist richtig: Jedes Kind sollte Schmerz, Trauer, Leid – auch Tod – erfahren dürfen, damit sie daran erstarken und so für das Leben gerüstet sind. Im Übrigen dürfen wir darauf vertrauen, dass Kinder aus sich selbst heraus stark sind, stärker als wir es ihnen in unserer Schwäche zutrauen. Es ist daher unsere eigene…

Amor parentis

Die Gefühle für unsere Erzeuger gehören zu den Dingen, über die man sich besser nicht allzusehr den Kopf zerbricht. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 57)

Last Generation

Kein Mensch, wenn er die Welt sieht, die sie ihm hinterlassen, versteht seine Eltern. (Max Frisch, Andorra, 1975, S. 81)

Die Verschwendung unserer Seele

Wir können gewiß sein, daß wir auf dem Sterbebett als Teil der letzten Bilanz festhalten werden – und dieser Teil wird bitter schmecken wie Zyanid –, daß wir zuviel, viel zuviel Kraft und Zeit darauf verschwendet haben, uns zu ärgern und es den anderen in einem hilflosen Schattentheater heimzuzahlen, von dem nur wir, die wir…

Die Brandspuren des elterlichen Wollens und Fürchtens

Ich erzittere beim bloßen Gedanken an die ungeplante und unbekannte, doch unausweichliche und unaufhaltsame Wucht, mit der Eltern in ihren Kindern Spuren hinterlassen, die sich, wie Brandspuren, nie mehr werden tilgen lassen. Die Umrisse des elterlichen Wollens und Fürchtens schreiben sich mit glühendem Griffel in die Seelen der Kleinen, die voller Ohnmacht sind und voller…

Anders geht es nicht

Der Alte bestimmte, der Junge duckte sich, und irgendwann, wenn der Junge genügend Kraft und Wut gesammelt hatte, wurde der Spieß umgedreht. So waren die Regeln. Anders ging es nicht. (Dörte Hansen, Altes Land, 15. Aufl. 2019 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 117)

Das optimierte Kind

Kinder sind zum Projekt permanenter Optimierung geworden, es muss einfach alles perfekt sein: beste Noten, wertvolle Spiele. So wird die Kindheit zum Krampf.

Intuitiv erziehen

Zitat des Tages: „Dass viele Eltern ihre Kinder … immer weniger intuitiv erziehen…“.

Fehler in Familien

Es gibt wenig Menschen, die sich mit dem Nächstvergangenen zu beschäftigen wissen. Entweder das Gegenwärtige hält uns mit Gewalt an sich, oder wir verlieren uns in die Vergangenheit und suchen das völlig Verlorene, wie es nur möglich sein will, wieder hervorzurufen und herzustellen. Selbst in großen und reichen Familien, die ihren Vorfahren vieles schuldig sind,…

Pädagogische Verantwortungslosigkeit

Sie genossen den schelmischen Übermut mit jener pädagogischen Verantwortungslosigkeit, die unser Verhältnis zu anderer Leute Kindern bestimmt. (Thomas Mann, Joseph und seine Brüder I: Die Geschichten Jaakobs, S. 382 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1983])