Rolle und Privatheit

„Wer sich entlang von Sachbezügen und Funktionen im Sozialen als Rollenträger versteht und deshalb nicht alles persönlich nimmt, dessen Außengeleitetheit widerspricht nicht etwa einem reichen inneren Antriebsleben. Rollenverständnis ist im Gegenteil die Bedingung der Möglichkeit von Privatheit und Intimsphäre, eines inneren, durch alle Bedingtheiten hindurch doch unverfügbaren Bezirks… Das muss nicht in stoische Indifferenz führen……

Geliehenes Selbstbewusstsein

Vermutlich hatte er damals das geliehene Selbstbewusstsein, das beinahe alle Menschen mit Anfang zwanzig erfasst. Oder es war das Gegenteil: die einzig authentische Phase in seinem Leben… (Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, 2018, S. 256)